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DER JÜNGLING
Ich sdirieb euch, ihr Jünglinge: Ihr seid
stark. Das Wort Gottes bleibt in euch.
Ihr habt den Bösen überwunden.
r. Brief des heiligen Johannes 2, 14
Wie alle Bilder des Menschen, die wir zu gestalten ver-
mögen, tragen auch die nachfolgenden Bilder des Jünglings
geschichtliches Gepräge; der Jüngling steht in der Zeit; er
trägt das Gewand der Zeit: auf seinen Zügen liegt auch der
Ausdruck der besonderen Seelenhaftigkeit, «die den verschie-
denen Zeiten eigen war, einer stärkeren Wendung zur Welt
oder zum Innern, einer bewußten oder mehr traumhaften
Hingabe an Gott. Der Jüngling steht vor einer Aufgabe; 2
er hat einen Einsatz in der Geschichte zu leisten, und dieser
Einsatz ist besonderer Art: Er, der noch der Kindheit nahe
ist, aber eben durch die Bestimmung, die er erfahren hat, durch
das Gebot sich einzusetzen, schon streng von ihr geschieden
wurde, soll das Reine in die Welt hineintragen. Das Kind,
sofern es von wahrer Ordnung beschützt war, lebte diesem
Reinen noch; für den Jüngling genügt es nicht mehr, daß
er da ist; er soll handeln; er soll aus dem Bezirk, wo er noch
allein war mit seiner erwachenden, sich selbst ergreifenden
Seele hinausdringen in die Welt. So sind manche dieser
Jünglinge Reiter; sie haben einen weiten Weg, bis sie etwa 2. 21
die Armut erreichen und ihr beistehen, bis sie zu dem Throne
gelangen, zu dem sie berufen sind; andere wieder sind Wan-
derer auf dem Wege zu einer heiligen Stätte; oder aber es
sind Soldaten, die sinnend hinausblicken auf das große, eben
vor ihren Augen aufgegangene Kampffeld der Geschichte. 9,2s
Ein anderer hat den Kampfruf im Ohr, wieder ein anderer 10