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Wilhelm Herzog - Der Kampf einer Republik [antikvár]

Der Kampf einer Republik [antikvár]

Wilhelm Herzog

 
Als Emile Zola 1901 — ein Jahr vor seinem Tode — seine Aufsätze zur Dreyfus-Affäre sammelte und unter dem Titel „La vérité en marche" in Buchform veröffentlichte, gab er der Überzeugung Ausdruck, daß die Geschichte der „Affäre" noch nicht geschrieben werden könne, „angesichts der noch immer erregten Leidenschaften und ohne die uns immer noch fehlenden Urkunden". Er hatte recht. Dreißig Jahre mußten vergehen, bis wenigstens der Hauptteil der Urkunden ans Licht kam, um diese ungeheure und mysteriöse Affäre...
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Als Emile Zola 1901 — ein Jahr vor seinem Tode — seine Aufsätze zur Dreyfus-Affäre sammelte und unter dem Titel „La vérité en marche" in Buchform veröffentlichte, gab er der Überzeugung Ausdruck, daß die Geschichte der „Affäre" noch nicht geschrieben werden könne, „angesichts der noch immer erregten Leidenschaften und ohne die uns immer noch fehlenden Urkunden". Er hatte recht. Dreißig Jahre mußten vergehen, bis wenigstens der Hauptteil der Urkunden ans Licht kam, um diese ungeheure und mysteriöse Affäre aufzuhellen. „Es wird aber auch der Abstand, die zeitliche Distanz notwendig sein", fügte er hinzu, „und man wird besonders die Schriftstücke, deren kaum überblickbarer Akt sich erst ankündigt, völlig unparteiisch prüfen müssen." Zola wußte, daß trotz der reichen Literatur, die infolge der Affäre entstanden war, die Hauptargumente von deutscher Seite fehlten, vor allem die immer verweigerte Aussage des Hauptbeteiligten, jenes Mannes, der der Auftraggeber des wirklichen Spions war: des Militârattachés V. Schwartzkoppen. Jetzt erst liegt sein Bekenntnis vor. Zweiunddreißig Jahre nach Zolas „J'accuse" hören wir eine Stimme aus dem Grabe Zolas Anklage Wort für Wort bestätigen. 1930 hat der Oberst Schwertfeger den Nachlaß Schwartzkoppens veröffentlicht (unter dem von dem ehemaligen Militär-attaché selbst gewünschten Titel: „Die "Wahrheit über Dreyfus") und am Schluß seines Vorworts festgestellt: „Schwartzkoppen war der Hauptzeuge des Dreyfus-Prozesses." (Nur leider einer, der nie erschien.) „Jetzt meldet er sich zum Wort. Nun erst kann die Geschichte der Dreyfus-Affäre geschrieben werden." Vorangegangen war die Veröffentlichung der „Diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes" und im vorigen Jahre — 1931 — wurden Schwartzkoppens Aufzeichnungen sehr wesentlich durch den dritten Band der „Denkwürdigkeiten" des Fürsten Hohenlohe ergänzt. Erst diese Quellen, vereint mit Joseph Reinachs siebenbändiger „Histoire de l'affaire Dreyfus" (Paris 1901—1911), mit den Werken von Paul Desachy, Louis Leblois (dem Anwalt Picquarts), mit den gesammelten Artikeln Gle-menceaus und Jaures', der „Correspondance" Zolas, den in den letzten IX

Termékadatok

Cím: Der Kampf einer Republik [antikvár]
Szerző: Wilhelm Herzog
Kiadó: Büchergilde Gutenberg
Kötés: Vászon
Méret: 160 mm x 240 mm
Wilhelm Herzog művei
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