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VorwortDies ist die Gesdiidite eines Mannes, dessen Leben in seinen Grundfesten bewegt wurde durdb ein ständiges inneres Bedürfnis, zu fragen und zu forsdien. Mitglied einer Budidrudcerfami-lie, die das französisdie Geistesleben länger als zwei Jahrhunderte hindurch beherrschte, Sohn des Gründers der Imprimerie Estienne",. Vater eines durch Gelehrsamkeit noch berühmteren Sohnes, war er von einem unwiderstehlichen Drang nach Freiheit besessen und vererbte seiner Nachkommenschaft diesen Tropfen Rebellenblut in den Adern.Robert Estienne war ein Mann seiner Zeit. Die Renaissance war auf ihrem Weg von Süden nach Norden bereits bis Paris vorgedrungen. In ihrem Kielwasser strömten junge Männer aus jeder Stadt und jedem Dorf, arm und reich, Sünder und Heilige, in die Universität von Paris, drängten sich in den Schulen, unempfindlich gegen Hunger, Platzmangel und Kälte, nur von dem Wunsche beseelt, zu hören, zu lernen, sich Wissen anzueignen. Und alle verlangten nach Büchern, Büchern und noch mehr Büchern, so daß die Druckerpressen von Paris Tag und Nacht in Betrieb waren, um diesen riesigen Wissensdurst zu befriedigen. Unsere Geschichte spielt im sechzehnten Jahrhundert im Pariser Universitätsviertel: in jedem Gäßdien eine Schule, Symbol des neuen Wissensdranges, des Strebens nach Horizonterweiterung; an jeder Ecke eine Kirche oder ein Kloster, Bollwerke der alten Weltanschauung, Heiligtümer des unterworfenen Geistes; und über alle hinausragend die Sorbonne mit ihren plumpen, düsteren Türmen, eine Festung des scholastischen Denkens und der autoritären Macht, Sitz der Theologischen Fakultät der Universität Paris, Wachhund und Sprachrohr der Kirche. Wie konnten da Kämpfe um den menschlichen Geist ausbleiben? In und außerhalb von Paris ging Franz 1. seinem Vergnügen nach, ein oberflächlicher, zynisdier, zügelloser Geist. Da ihm an der Achtung der Gelehrten und dem Beifall der Welt gelegen war, förderte er das Druckwesen und machte Paris zu einem Mekka für Geistesarbeiter, zum mindesten solange sie sich in althergebrachten Bahnen bewegten und ihr Augenmerk auf die' Jf rilIi;