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DER VERLORENE FALKE
Majestätisch erhob sich der mit stämmigen Eichen bewachsene Berg Saint Antoipe im Frühlingssonnenschein. Weit unten im Tal, am Fluß mit seinem blau schimmernden, seichten Gewässer, lag das kleine Schloß des Grafen Robert de Villacours de la Franche. Über dem Berg wölbte sich der unendlich blaue Himmel, an dem sich hie und da bauschige, weiße Wolken auftürmten wie riesige Festungen aus Schnee.
Am Bergabhang bewegte sich eine Herde Schafe, mit jungen, weißen Lämmern dazwischen, die mit Behagen das frische, grüne Gras knabberten. Ein Schäferjunge in einem blauen Kittel mit struppigem Haar spielte auf seiner Flöte eine liebliche Weise und hüpfte nach dem Takt der Melodie an der Herde entlang.
Unten auf den Flußwiesen weideten einige mürrische Rinder still und ruhig in der Sonne; ab und zu schlugen sie faul mit ihren Schwänzen um sich, um die Fliegen zu vertreiben, die schon anfingen lästig zu werden.
Gegen Süden tauchten in der Ferne die blaugrauen Berge der Auvergne in der Frühlingssonne auf. Alles atmete tiefen Frieden — als ob es in ganz Frankreich keine Räuber und Mörder gäbe, keine Raubritter, keine Schlachten, keine Kreuzzüge
Aber dieser Friede wurde plötzlich gestört. Über dem Gipfel des Berges sah man eine weiße Taube ängstlich vom blauen Hünmel herniederflattern. Gleich darauf erkannte man auch die Ursache ihrer Angst: über ihr schwebte ein kräftig gewachsener Wanderfalke, dessen breite Schwingen sich ruhig auf und ab bewegten, ehe er zum Sturz auf seine Beute ansetzte.
Zwanzig Sekunden später hätte die Taube wahrscheinlich das
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