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ZUR ÜBERSETZUNG
Der Koran hat die Verkündigungen zum Inhalt, die Mohammed zu Beginn unseres siebenten Jahrhunderts seinen arabischen Landsleuten als göttliche Offenbarungen vorgetragen hat. Obwohl zu Hunderten von Versen der einzelnen Kapitel oder „Suren" abweichende Lesarten überliefert sind, kann man sagen, daß der Text im großen ganzen zuverlässig ist und den Wortlaut so wiedergibt, wie ihn die Zeitgenossen aus dem Munde des Propheten gehört haben. Denn die Abweichungen beschränken sich in der weit überwiegenden Mehrzahl auf die Vokalisierung und auf gewisse diakritische Zeichen, d. h. auf Bestandteile, die in der arabischen Schrift ursprünglich überhaupt nicht berücksichtigt wurden und erst nachträglich ergänzt worden sind. Das Konsonantengerippe, die eigentliche Grundlage des Textes, wird durch sie kaum einmal in einer ernst zu nehmenden Weise beeinträchtigt. Wir haben keinen Grund anzunehmen, daß auch nur ein einziger Vers im ganzen Koran nicht von Mohammed selber stammen würde.
Problematisch wird dagegen die Textüberlieferung, sobald wir die Komposition ganzer Suren, vor allem solcher größeren Umfangs, ins Auge fassen und uns die Frage vorlegen, ob die einzelnen Verse, aus denen eine Sure besteht, ursprünglich zusammengehört haben und demnach den Text einer eirunaligen, zusammenhängenden Verkündigung darstellen, oder ob sie erst nachträglich, wenn auch sirmvoll, zu einem größeren Ganzen zusanunengeordnet sind, oder aber, ob etwa völlig verschiedenartige Verse bzw. Versgruppen mehr oder weniger zufällig aneinandergereiht worden sind. Mit den drei genannten Möglichkeiten muß von Fall zu Fall gerechnet werden. Wenn man überhaupt versucht, den Koran historisch zu interpretieren, d. h. aus jedem Satz das herauszulesen, was Mohammed ursprünglich in einer durch bestimmte Zeitumstände und Milieuverhältnisse gegebenen Situation damit sagen wollte, muß man sich fürs erste jeweils auf kleinere Textabschnitte beschränken, von denen von vornherein anzunehmen ist, daß sie von Anfang an zusammengehört haben und in ihrer ursprünglichen Anordnung auf uns gekommen sind. Ob und in welcher Weise sie mit den vorausgehenden und mit den nachfolgenden Textabschnitten zusammengehören, ist eine weitere Frage. Sie kann, wenn über-