Bővebb ismertető
Vielleicht auf keinem Gebiet künstlerischer Ent-faltung habén die letzten Jahrzehnte ein solchcs Streben nach Weiterentwickluug gebracht, wie auf dem Gebiete der Tanzkunst. Sie ist, als letztes Ziel der Arbcit an der menschlicheii Bewegung, mehr und mehr mit in den Mittelpunkt des all-gemeinen Interesses gerücld und übt so eine grö-Bere Wirkung aufbreitere Kreise aus, als sie es noch vor 20, ja vor 10 Jahren vermochte. Eine neue Form des bewegten Aus-drucks will sicli bilden.Der künstlerisehe Tanz, die Gymnastik, Turnén und Sport, die intensive Arbeit an der Art der Bewegung des Menschen gehören wirklich zu den auffallendsten und wich-tigsten Problemen unserer Zeit. Und nicht mit ifjfi-recht. Krankt doch der Mensch heute mehr als je an nervöser, unbeseelter, ungeistiger, unkünstle-rischer Bewegung. Die Lösung des Bewegungs-problems, d. h. das Wie-derfinden der natürliehen und idealen Bewegung, die der Mensch noch be-sessen hat vor dem Ein-setzen der starken Ent-wicklung des Verstandes, und die Lösung seelisch-geistiger Nöte gehen Hand in Hand. Es niuB trotz der Entwicklung des Verstandes auch die Natúr im Menschen ihre Krafte behalten und weiterent-wickeln. Darum wird gerade in den letzten Jahren auf diesen Gebieten so unendlich viel gearbeitct und gesucht.Zahllos verschiedene und schwierige Wege wer-den heute schon gegangen, aber nur einer kann richtig sein namlich der, der die vollkom-men natürliche Bewegung findet und auf sie folgerichtig die künstlerisehe aufzubauen vermag. Darum kann die Tanzkunst da, vvo sie echt ist, richtunggebend sein sowohl für die Lösung des Bewegungsproblems als auch für die Lösung all-gemeinster und wichtigster Lebensfragen.Daher ist es an der Zeit, eine Umschau zu haltén bei denjenigen Künstlern, die Tráger der tan-zerischen Entwicklung sind. Es ist an der Zeit, bei ihnen zu prüfen, wie weit sie schon einem Allgemeingültigen, Letzten, Ewigen, das in jeder wahren Kunst Hegen nuiB, nahe kommen. Selbst-verstándlich ist heute, da es den allgemcin gang-baren Weg noch nicht gibt, dieses E i n c" nicht an eine bestimmte Richtung gebunden. Darum gehören die in dem Buche aufgeführten Kiinstler denverschiedensten bis jetzt bestehenden Richtungen an. Ihre Richtung" ist nicht maBgebend, sondern das, wozu sie kraft ihrer künstlerischen Begabung gekommen sind. Denn man kann wohl sagen, daíí der dem altén Ballett entstammende FuBspitzen-tanz Anna Pawlowas uns nicht weniger zu sagen hat, als etwa der Tanz einer Mary Wigman oclereiner Argentína. Steckt doch hinter Anna Paw-lowa, ebenso wie hinter ihren groBen Zeitgenos-sinnen, die starke künstlerisehe Persönlichkeit und die starke, lebendig-spre-chende Natúr. Von diesen letztgenannten EigenschaF-ten ausgehend wurde die Wahl der Bilder getroffen. Es sollte nicht ein voll-stándiger Überblick gégében werden über die vielerleiBestrebungen nach tanzerischer Bewegung, die es heute gibt, sondern es sollte eine Auswahl von Bildern geschaffen werden, die darüber hinaus ein Allgemeingül-t i g e s darstellen können.Tritt man heute der Tanzkunst gegenüber, so muB man einerseits sehen, was sie jetzt schon zu bringen hat, anderseits darf man dasjenige doch nie vergessen, was man von ihr erwartet und von ihr erhofft. DaB sie heute uns schon viel geben kann, wird sich auch beim Anschauen des vorliegenden Bildermaterials deutlich ergeben. Immer wieder sieht man, daB, wenn es gelungen ist, einen Augenblick künstlerischen Ge-schehens auf dem Bilde festzuhalten, ein Ganzes vor dem Beschauer steht; immer spricht sich dann auch eine innere Wahrheit in der Bewegung aus.Bei solchen Bildern ist das Leben und Erleben nicht ein Vorgetáuschtes und Gemachtes, sondern es ist in der Wirklichkeit vorhanden, es wird ge-lebt. Von diesen Bildern gehen ganz andere auf-bauende Wirkungen aus, als von anderen, wie sie uns iiberall so zahlreich begegnen und die nur einen schönen Schein darstellen. Schon beim Be-trachten der Bilder dieses Buches kann man ein Gefühl dafür gewinnen, was für Quellen im Tanz Hegen können und wie erhebend und unmittelbar der Tanzkünstler auf seine Zuschauer wirken kann. Ja, wie von diesem Vorbild aus ein segensreicher EinfluB bis in die einfachsten Bewegüngen des alltáglichen Lebens, und da besonders bis in die Arbeitsbewegung, hineingehen kann. Denn das Glück des Menschen hángt nicht davon ab, was, sondern wie er arbeitet.'ELEONÓRA'^DÜSE'''AU'FNAHMÉ"NÁCH DEM LEBENV