Bővebb ismertető
In ferner Zeit, unter den Vorfahren von Hippo-krates und Galen, waren Arzt und Priester noch in einer Person vereint. In dem gleichen Maße, in dem sich die Medizin aus der Phase der Suggestion der exakten Naturwissenschaft zuwandte, hat dann der Arzt allmählich seine priesterliche Halbgottfunktion verloren. Heutzutage sind weite Kreise in Politik und Publizität bemüht, das ethische Bild des Arztes zu verdunkeln, ihn auf die Stufe einer Art von Gesundheitsbeamten zu drücken. Diese Haltung ändert sich allerdings meist dann sehr rasch, wenn die Kritiker selbst krank werden. Dann soll sich der Arzt plötzlich wieder seiner Sonderstellung bewußt sein.
Dieses Buch soll aber nicht im Zeichen des „Rosen-käferkomplexes" stehen. Bekanntlich gibt sich ja der Mistkäfer Kurt gegenüber seiner geliebten Biene Maja als Rosenkäfer aus, um größere Bewunderung zu finden. In vielen Büchern über Ärzte und von Ärzten kann man Spuren dieses Komplexes finden. Da werden die Männer im weißen Kittel als Idealfiguren beschrieben, die Tag und Nacht nichts anderes im Sinne haben als das Wohl ihrer Kranken.
Eine Anekdotensammlung ist demgegenüber ausgezeichnet geeignet, uns den Menschen im Arzt näherzubringen. Je weniger Pathos die ärztlichen Aussprüche enthalten, um so tiefer werden sie in die Seele des Patienten dringen.
Zum Schluß noch einen Rat: Es ist mit den Anekdoten so wie mit den Arzneien. Man sollte sie wohldosiert zu sich nehmen.
Walther Birkmayer