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Palast und Museum des Louvre
Eine mittelalterliche Festung, die um 1200 unter Philipp August am verteidigungsmäßig schwächsten Punkt von Paris — einem »Lupara« genannten Ort, aus dem die französische Sprache »Louvre« machen sollte — errichtet worden war, war der im heutigen südwestlichen Viertel der Cour Carrée gelegene Ursprung des Palastes. Als dieses Bauwerk seine militärische Funktion verlor, ließ Karl V. (1364-1380) es durch Um-und Erweiterungsbauten in eine königliche Residenz umwandeln, doch erfüllte es diese Aufgabe nur kurze Zeit: die Unbillen des Hundertjährigen Krieges und die Anziehungskraft des Loire-Tals hielten Frankreichs Könige über eineinhalb Jahrhunderte von ihrer Hauptstadt fern.
Ihre Rückkehr nach Paris war mit dem Abbruch der alten Festung verbunden. Nachdem Franz I. 1527 den imposanten Hauptturm hatte abreißen lassen, beschloß er 1546, den Rest durch einen Renaissance-Bau zu ersetzen. Man nimmt an, daß der Gesamtplan des neuen Palastes von dem Architekten Pierre Lescot stammt, der unter den letzten Herrschern aus dem Geschlecht der Valois die Bauarbeiten leitete. Die weitere Vollendung des Bauwerks mit seiner klassischen, regelmäßigen Gliederung blieb den folgenden Jahrhunderten und Regierungen vorbehalten.
Um den teilweise umgebauten Louvre mit dem im
gleichen Jahrhundert auf Geheiß Katharina von Medicis von den Architekten Philibert Delorme und Jean Bullant etwa 500 m westlich auf den sog. »Tui-lerien« erbauten Palast zu verbinden, wurden nun die »Kleine Galerie« und die »Große Galerie«, die sog. Ufergalerie errichtet, mit der der Name Heinrich IV. (1589-1610) verknüpft ist. Im 17. Jh., zunächst unter Ludwig XIII., dann unter Ludwig XIV., entstanden nach Plänen von Lemercier, später Le Vau die restlichen Gebäude, die die heutige »Cour Carree« einrahmen und im Osten von der von Perrault errichteten »Kolonnade« flankiert sind (l).
Zu Beginn des 19. Jh. unter Napoleon I. vervollständigten Percier und Fontaine das große Geviert und seinen Dekor und begannen gleichzeitig, symmetrisch zur Großen Galerie, mit dem Bau des Nordflügels. Ein halbes Jahrhundert später ließ Napoleon LH. von Visconti und danach Lefuel jene Gebäude errichten, die im Norden und Süden den »Napoleon-Hof« (2) umgeben, um den freien Raum zwischen dem Alten Louvre und dem Tuilerien-Palast endgültig zu schließen. Nach dem Brand von 1871 störte die Tuilerien-Ruine jedoch die Einheitlichkeit dieses gewaltigen palastartigen Ensembles. Man restaurierte lediglich die zwei Eckpavillons, den Pavillon Marsan (an der rue de Rivoli) und den Pavillon de Flore (Seine-Seite).
1. Louvre-Palast: Kolonnade von Perrault
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