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Das Museum des Louvre.
Am 8. November 1793 eröffnete der Nationalkonvent das Museum des Louvre. Der Gedanke dieser Einrichtung stammte nicht von ihm, denn der Beschluss, die königlichen Sammlungen dem Volk zu zeigen, war bereits unter Louis XV. gefasst und von der Verwaltung des Ancien Régime lange vorbereitet wor-den. Diezeitweilige Öffnung der Galerien des Luxembourg hatte den Louvre gewissermassen bereits angekündigt, und der Ein-fluss der philosophischen Bewegung war diesen Initiativen nicht fremd.
Die lange Woche des Revolutionskalenders bot den Kopisten fünf, dem Publikum zwei Tage Einlass, die drei anderen blieben der Reinigung der Sálé vorbehalten und waren für die Wáchter Ruhetage.
Grundlage des heutigen Bestandes sind die königlichen Sammlungen. Franz I. empfing in der Touraine das Atelier Leonardo da Vincis; im gleichen Jahre kaufte er Andrea del Sarto seine Caritas ab. Die grosse Heilige FamiHe Raffaels wurde ihm im Namen Leos X. vom Herzog von Florenz ge-schenkt. Ludwig XIII. erhielt die Kunstwerke, die Richelieu ihm vermacht hatte. Ludwig XIV. vermehrte weitgehend diese Reich-tümer durch Ankauf der Sammlungen des Bankiers Jabach, Mazarins und Karls I. von England. So kamen zahlreiche Gemálde grosser Venetianer des 16. Jahrhunderts hinzu. Das heute in Versailles befindliche Gastmahl des Simon von Vero-nese war ein Geschenk Venedigs an Ludwig XIV. Das, was der Sonnenkönig nicht verwirklicht hatte, wurde von der im Verfall begriffenen Monarchie erfüllt. Unter Ludwig XVI. machte der Direktor der Bauten, Gráf von Angiviller, systematische Ankáufe mit Hinsicht auf die Eröffnung des Museums. Er teilte das Interesse der Kunstliebhaber seiner Zeit für die Schulen des Nordens, und die durch seine Bemühungen vereinigten hollán-dischen Gemálde sind heute ein Stolz des Louvre. Bei Ausbruch der Revolution erwarteten die ausgewáhlten, restaurierten Bil-der, gegen die Mauern der Grossen Galerie gelehnt, ein Publikum das bereits den Weg zum Schloss kannte : im Sálon Carré fanden die Biennalen der königlichen Akademie, die von Diderot kommentierten «Salons», statt.
Wáhrend der Eroberungen des Direktoriums, Konsulats und Empires befand sich der Louvre angesichts eines ungeheuren