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IN einer Ministerialabteilung — wir tun besser, sie nicht zu nennen, denn niemand ist leichter zu beleidigen, als Beamte, Offiziere und Kanzlisten, mit einem Wort die amtlichen Stellen überhaupt. Heutzutage fühlt jedermann sich als Vertreter der Gesellschaft beleidigt. So soll neulich der Bericht eines Polizeileutnants — ich weiß nicht, aus welcher Stadt — vorgelegen haben, worin dieser klar darlegte, daß die Verordnungen mißachtet würden und der geheiligte Name eines Polizeileutnants verhöhnt Als Beweis legte er einen umfangreichen Romanband bei, in welchem auf jeder zehnten Seite ein hin und wieder total betrunkener Polizeileutnant erscheint. Um somit Unannehmlichkeiten zu vermeiden, wollen wir die Ministerialabteilung einfach „eine Ministerialabteilung" nennen.
In einer Ministerialabteilung also diente ein Beamter, den man nicht eigentlich als bedeutende Persönlichkeit bezeichnen kann; er war klein, etwas pockennarbig, etwas rothaarig, anscheinend sogar etwas schieläugig, hatte eine Glatze und runzelige Bäckchen, die Gesichtsfarbe konnte man hämorrhoidal nennen. Das ist nicht zu ändern, das Petersburger Klima ist schuld. Sein Rang —es ist bei uns immer wichtig, zuerst den Rang zu erwähnen —: nun, er war das, was man einen ewigen Titularrat nennt, ein Wesen, über das bekanntlich schon allerlei Witze gemacht wurden von Schriftstellern, die die löbliche Gewohnheit haben, über jene herzufallen, die nicht beißen können.
Der Familienname unseres kleinen Beamten war Baschmatschkin, und er zeigt, daß die Familie aus Schusterwerkstätten hervorgegangen war. Aber wann, zu welcher Zeit und wie sie vom Schuh hergekommen sind, — darüber ist nichts bekannt. Sowohl der Vater, als auch der Großvater und Schwager, mit einem Wort alle Baschmatschkins gingen in Stiefeln, die sie nur etwa dreimal im Jahre neu besohlen ließen.