Bővebb ismertető
VorwortDem Gesichtsausdruck ist im allgemeinen wie auch in seiner klinischen Bedeutung in den letzten Jahren wieder mehr Aufmerksamkeit zugewendet worden. Demzufolge sind in letzter Zeit auch eine Reihe zum Teil wertvoller Bücher erschienen, die sich mit der Physiognomik befassen. Die Autoren stützen sich im Gegensatz zu früheren Ausführungen, die oft ohne Abbildungen waren, auf Lichtbüder, deren Güte in letzter Zeit durch ihre künstlerische Aufnahme anzuerkennen ist. In diesen Abhandlungen werden besonders die psychologischen Grundlagen der Mimik besprochen und diese dann in Beziehung zu Konstitution, Charakter und Typen gebracht. Umfangreiche Studien liegen hier schon vor, und die Werke Kuckenbergs, Lerschs, Claus', Ferwers, Killians und Langes werden besonders für die Psychologie und Konstitutionslehre, aber auch für die Klinik außerordentlich anregend bleiben.Seit Jahrzehnten mit Ausdrucksstudien befaßt, schien mir zunächst kein Bedürfiiis zu bestehen, die von mir gemachten Studien dem Druck zu übergeben. Die Notwendigkeit der Pflege der Beobachtung im Unterricht am Krankenbett aber, die leider durch die exakten Untersuchungsmethoden oft zurückgedrängt wird, wodurch der Studierende das ärztliche Schauen nicht richtig erlernt und erlebt, hat mir den Mut gegeben, diese Ausführungen mit dem Bildmaterial zu veröffentlichen.Wie der klinische Blick" Ri s aks (i) soll auch diese Abhandlung von der einfachen Beobachtung ausgehen und die differentialdiagnostische Bedeutung derselben in Gegenüberstellung mit den anderen Krankheitserscheinungen im Einzelfall in Bewertung bringen.Als Sohn eines Landarztes, der, auf einfache Untersuchungsmethoden angewiesen, mich immer wieder auf die Pflege ärztlichen Schauens aufmerksam machte, wurde ich dadurch schon im Beginn meines ärztlichen Studiums für den Gesichtsausdruck interessiert, der mich mit zunehmender klinischer Erfahrung immer mehr fesselte. Die Deutung und Auswertung der Ausdrucksveränderungen, die wir am Krankenbett beobachten, sind wohl eine oft unbewußt bleibende Grundlage der sogenannten Intuition, über welche die diagnostisch begnadeten Ärzte verfügen, denen immer meine Bewunderung galt, da sich in ihnen Menschenkenntnis, Wissenschaft und Kunst in glücklicher Weise vereinigen.