Bővebb ismertető
VORWORT'ir leben in einer Welt erstaunlicher biologischer Komplexität. Moleküle aller Arten schließen sich zu Stoffwechselreigen zusammen, aus denen schließlich Zellen hervorgehen. Durch die Wechselwirkungen zwischen Zellen entstehen Organismen; durch die Wechselwirkungen zwischen Organismen entstehen Ökosysteme, Wirtschaftssysteme und Gesellschaften. Welche Kraft hat dieses grandiose Gebäude hervorgebracht? Über ein Jahrhundert lang gründete die einzige Theorie, die uns die Wissenschaft zur Erklärung dieser Ordnung anzubieten hatte, auf der natürhchen Selektion. Laut Darwin entsteht die Ordnung der biologischen Welt dadurch, daß die natürliche Auslese unter den Zufallsmutationen die seltenen, nützlichen Formen aussiebt. Nach dieser Theorie der Entwicklungsgeschichte des Lebens sind Organismen zusammengeschusterte Stückwerke, gestaltet von der Selektion, dem schweigenden, opportunistischen Bastler. Die Naturwissenschaft hat uns zu Wesen reduziert, die ihre Existenz unerklärhchen, unwahrscheinlichen Zufallsereignissen in der unermeßlichen, kalten Weite von Raum und Zeit verdanken.Dreißigjährige Forschungen haben mich davon überzeugt, daß die in der Biologie herrschende Auffassung unvollständig ist. Ich werde in diesem Buch die These verfechten, daß die natürliche Selektion, so wichtig sie auch ist, die großartigen Bauwerke der Biosphäre, von Zellen über Organismen bis hin zu Ökosystemen, nicht allein gestaltet hat. Die Urquelle der Ordnung ist vielmehr die Selbstorganisation. Ich bin zu der Überzeugung gelangt, daß die Ordnung in der biologischen Welt nicht nur das Ergebnis eines fortwährenden Her-umbastelns ist, sondern aufgrund der Prinzipien der Selbstorganisation - der Komplexitätsgesetze, die wir gerade erst aufzudecken und zu verstehen beginnen - geradezu zwangsläufig und spontan entsteht.Die Naturwissenschaft ging seit ihrer Begründung vor etwa dreihundert Jahren weitgehend reduktionistisch vor, indem sie versuchte,IIi