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Es war nie die Absicht Tuiaviis, diese Reden1 für Európa herauszugeben oder überhaupt drucken zu lassen; sie waren ausschliesslioh für seine polynesischen Landsleute gedacht. Wenn ich dennoch ohne sein Wissen, und sicherlich gegen seinen Willen, die Reden dieses Eingeborenen der Lesewelt Europas übermittie, so geschieht es in der Überzeugung, dass es auch für uns Weisse und Aufgeklárte von Wert sein dürfte zu erfahren, wie die Augen eines noch eng an die Natúr Gebundenen uns und unsere Kultur betrachten. Mit seinen Augen erfahren wir uns selbst; von einem Standpunkt aus, den wirseiber nie mehreinnehmen können. Obwohl, zumal von Zivilisationsfanatikern, die Art seines Schauens als kindlich, ja kindisch, vielleicht als albern empfunden werden mag, muss den Vernunftvolleren und Demütigeren doch manches Wort Tuiaviis nachdenklich stimmen und zur Selbstschau zwingen; denn seine Weisheit kommt aus der Einfalt, die von Gott ist und keiner Gelehrsamkeit entspringt. Diese Reden stellen in sich nichts mehr und nichts weniger dar als einen Anruf an alle primitíven Völker der Südsee, sich von den erhellten Völkern des europáischen Kontinents loszureissen. Tuiavii, der Veráchter Europas, lebte ín der tiefsten Überzeugung, dass seine eingeborenen Vorfahren den grössten Fehler gemacht habén, als sie sich mit dem Lichte Europas beglücken liessen. Gleich jener Jungfrau von Fagasa, die vom hohen Riff aus den ersten weissen Missionaren mit ihrem Fácher abwehrte: «Hebt euch hinweg, ihr übeltuenden Dámonen!» - Auch er sah in Európa den dunklen Dámon, das zerstörende Prinzip, vor dem man sich zu hüten habe, wolle man seine Unschuld wahren. 1 Die Reden des Südseeháuptlings Tuiavii aus Tiavea sind zwar noch nicht gehalten, doch aber gleichsam als einen Entwurf in der Eingeborenensprache niedergeschrieben, aus welcher sie ins Deutsche übersetzt wurden.