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Am Anfang war der Tod, und auch am Ende fand er sich wieder ein. Doch ob sein flüchtiger Schatten die Träume des Mädchens streifte und sie an jenem merkwürdigen Morgen weckte, sollte sie nie erfahren. Als sie die Augen öffnete, wußte sie nur, daß sich die Welt irgendwie verändert hatte.
Die rot schimmernden Zeiger des Weckers verrieten ihr, daß ihr noch eine halbe Stunde bis zur eingestellten Weckzeit blieb, und sie lag ganz still, bewegte den Kopf nicht und bemühte sich, der Veränderung auf den Grund zu gehen. Es war dunkel, doch nicht so dunkel, wie es hätte sein sollen. Deutlich war auf den vollgestopften Regalen des Schlafzimmers der fahle Schimmer der Reittrophäen zu erkennen; darüber schwebten die Gesichter von Rockstars, von denen sie einst geglaubt hatte, daß sie ihr etwas bedeuten würden. Das Mädchen lauschte. Auch die Stille im Haus war anders, erwartungsvoll, wie die Pause zwischen Atemholen und Sprechen. Bald würde der Heizofen im Keller mit gedämpftem Fauchen anspringen, und die Dielen im alten Bauernhaus würden wie jeden Tag ihre knarrende Klage anstimmen. Das Mädchen schlüpfte aus dem Bett und trat ans Fenster.
Es hatte geschneit. Der erste Schnee des Jahres. Und an den Zaunpfosten am Teich erkannte das Mädchen, daß der Schnee fast knietief den Boden bedeckte. Kein Lufthauch hatte sich geregt, und der Schnee lag unberührt, ohne Verwehungen, zu komischen Proportionen auf den Zweigen der sechs Kirschbäume gehäuft, die ihr Vater letztes Jahr gepflanzt hatte. Ein einsamer Stern glitzerte im tiefblauen Keil zwischen den Wäldern. Das Mädchen ließ den Blick sinken und sah, daß sich am unteren Fensterrand eine Eisschicht ge-