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PROLOG: 1933Seit acht Tagen tobte ein Sturm, wie keiner ihn je erlebt hatte. Nicht einmal Mustapha, der Kameltreiber, der schon ein alter Mann gewesen war, als die anderen in der Karawane noch Kinder waren, konnte sich an einen solchen Sturm erinnern.Die Ghutra dicht vor dem Gesicht, erkämpfte er sich mühsam seinen Weg zum Zelt des Karawanenführers Fuad. Alle paar Schritte blieb er stehen und spähte durch die schmalen Stoifschlitze, um sich zu vergewissem, daß er nicht die Richtung verlor und aus dem geringen Schutz, den die Oase bot, in den prasselnden, wirbelnden Sand der offenen Wüste geriet. Sobald er anhielt, bohrten sich die Sandkörner wie Schrotkugeln in sein Gesicht. Er hustete und versuchte, genug Speichel zu sammeln, um sich zu räuspern, bevor er das kleine Zelt betrat. Aber sein Mund war voll trockenem Sand und wurde nicht feucht.Fuad blickte hoch, als der Kameltreiber eintrat. Er saß auf einem Schemel vor einem kleinen Tisch, auf dem die Öllampe flackerte und Schatten ins Dunkel warf. Schweigend blickte er zu Mustapha hoch. Er war riesig und nicht sehr gesprächig.Wie stets, wenn er mit dem Karawanenflihrer sprach, richtete Mustapha sich zu seiner vollen Größe von etwas mehr als anderthalb Metern auf. Es ist Sand in Allahs Augen geraten, sagte er. Er ist blind und sieht uns nicht mehr.Fuad brummte, bequemte sich dann aber zu sprechen. Du Esel, sagte er, glaubst du, er würde uns gerade jetzt, da wir von Mekka zurückkehren, aus den Augen verlieren?Es liegt Tod in der Luft, sagte Mustapha beharrlich. Sogar die Kamele können ihn riechen. Sie sind unruhig.Zieh ihnen Decken über die Köpfe, sagte Fuad. Wenn sie nichts mehr sehen können, werden sie in ihre Kamelträume versinken.Das habe ich schon getan, erwiderte Mustapha, aber sie schütteln die Decken ab. Zwei habe ich schon verloren.Gib ihnen Haschisch zu kauen, schlug Fuad vor, nicht so viel, daß sie verrückt werden. Nur gerade genug, um sie zu beruhigen.Dann schlafen sie zwei Tage lang.Das macht nichts. Wir bleiben ja vorläufig hier.Der Kleine beharrte auf seiner Meinung. Es ist aber doch ein schlechtes Vorzeichen. Wie geht es dem Herrn?Er ist ein guter Mensch, antwortete Fuad, er beklagt sich nicht. Die ganze Zeit pflegt er seine Frau, und sein Gebetsteppich ist immer5