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KAPITEL 1
Jim MacVeagh bekam einen solchen Lachkrampf, daß aus seinem erhobenen Glas ein Schuß Sekt aufs Tischtuch schwippte. Sidney Karpcr, der Verteidigungsminister, stimmte mit belustigtem Kopfschütteln in die Heiterkeit seines Tischnachbarn ein.
„Einfach unüberbietbar, lieber Senator, nicht wahr?"
„Da kann keiner mit", ächzte MacVeagh.
Mark Hollcnbach, der Präsident der Vereinigten Staaten, quittierte die Lachsalve, die seine witzige Bemerkung ausgelöst hatte, mit einem aufblitzenden Lächeln. Er erwiderte gerade den Trinkspruch, den man zum Abschluß des traditionellen, alljährlich vom Gridiron-Klub veranstalteten Pressebanketts auf ihn ausgebracht hatte. Die Journalisten hatten seine Regierung und seine Gegner im Verlauf des Banketts in satirischen Kurzszenen gehörig durchgehechelt. Eine Marinekapelle in leuchtendrotcn Uniformen hatte das Fest musikalisch umrahmt.
Wie jeder Präsident seit den neunziger Jahren hatte er sich gefallen lassen müssen, daß hinter ihm an der Wand das anzügliche Emblem des Presseklubs hing, ein mächtiges, mit Rosengirlanden geschmücktes Gridiron*, ein Bratrost, wie ihn die amerikanischen Hausfrauen im neunzehnten Jahrhundert benutzt hatten. Vor ihm saßen die Spitzen von Politik und Industrie, die Häupter der politischen Parteien und der Großunternehmen. Durch Schildkrötensuppe, Filet mignon und Wein waren sie in Stimmung gekommen, und doch spürte er, daß sie ihn scharf beobachteten. Ja, er stand auch hier im Brennpunkt der Kritik — darüber kormten ihn die weißen Binden und die strahlenden Mienen nicht hinwegtäuschen.
„Einer meiner Berater", sagte er, „ist Antialkoholiker. Das Schlimme bei Antialkoholikern wie Joe Donovan ist, daß sie sich schon früh beim Aufstehen so wohl fühlen wie nachher den ganzen Tag."
* Gridiron=Bratrost, wegen der Ähnlichkeit mit den Streifen des Sternenbanners auch ein Scherzname für die amerikanische Flagge.