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VORWORT
Nachdem die neutestamenüiche Reihe der »Wuppertaler Studienbibel« eine so erfreulich weite Verbreitung gefunden und sich im Urteil ihrer Benutzer bewährt hat, erschien es seit längerem geboten, ihr eine Auslegung des Aken Testamentes an die Seite zu stellen. Denn - wie die Erfahrung zeigt - bereitet ja gerade das Verstehen der alttestamentlichen Bücher, sieht man einmal von einigen geläufigen Texten aus der Prophetie und dem Psalter ab, vielen nicht geringe Schwierigkeiten. Das hat zur Folge, daß das Alte Testament der chrisüichen Gemeinde unserer Tage viel zu wenig erschlossen wird und seine Schätze weithin ungehoben bleiben.
Darum freuen wir uns, daß nun endhch die ersten Bände der »Wuppertaler Studien-bibel - Altes Testament« vorhegen. Sie wollen, ebenso wie die bisher erschienenen Bände zum Neuen Testament, der persönlichen Schriftforschung des Bibellesers dienen wie auch für die Vorbereitung von Predigt, Bibelstunden und bibUscher Unterweisung Verstehenshilfen anbieten.
Die »Wuppertaler Studienbibel« - im Alten wie im Neuen Testament - geht im Unterschied zu manchen anderen heute vertretenen Auffassungen von der Voraussetzung aus, daß die Bibel Gottes Wort ist, das von Menschen niedergeschrieben und überliefert worden ist. Das heißt: Die Auslegung muß dem Doppelcharakter der Heiligen Schrift gerecht werden. Sie geht also davon aus, daß sie es in der Bibel mit der von Gottes Geist gewirkten und seit ihrer Entstehung von ihm begleiteten und bewahrten Urkunde des göttlichen Redens und Handelns in Schöpfung und Geschichte zu tun hat. Sie behält dabei zugleich im Auge, daß die so verstandene Bibel von Menschen an konkretem geschichtlichen Ort verfaßte Schrift ist, die selbst wieder ihre Geschichte hat (Geschichte der Überlieferung, des Kanons, der Wirkungen, des Zeugnisses).
Darum fragt die sachgemäße Auslegung zurück in die Geschichte. Denn der Glaube fußt ja auf der Tatsächlichkeit des Redens und Handelns Gottes in der Welt. Er kann und will auf die genaue Klärung des Geschehenseins der göttlichen Offenbarung nicht verzichten. Darüber hinaus muß die Auslegung dafür offenbleiben, daß Gott im Wort und durch das Wort am Leser und Hörer handelt. Sie geschieht also in der Erwartung neuen götdichen Redens und Handelns, das dem im Text berichteten entspricht.
Das bedeutet für die Auslegung des Alten Testamentes zunächst, daß der Hinweis-charakter des alttestamendichen Textes auf Jesus Christus und auf das Neue Testament gewahrt werden muß: die alttestamendiche Geschichte wird als Heilsgeschichte im Lichte des Neuen Testamentes gesehen. Das bedeutet darüber hinaus, daß das Prophetische eines Textes, also das, was über die Zeit und den Ort seines ur-sprüngüchen Ergehens oder Geschehens hinausgeht und noch auf Erfüllung wartet, laut werden soll.
Letethch bleibt alle historische und theologische Arbeit am Text eine Art »Vor«-Ar-beit. Die eigentHche Arbeit muß Gott selbst tun, dadurch, daß er uns den Text als sem eigenes Wort an uns und für uns - und an und für andere - hören und verstehen laßt.