Bővebb ismertető
über Geschichte kann niemand urteilen, als wer an sich selbst Geschichte erlebt hat.GoetheVORWORTKurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges begab sich ein rumänischer Geschichtsforscher nach Budapest, um nach neuem Quellenmaterial über die 1848er Ereignisse in Siebenbürgen zu fahnden. Gänzlich unverhofft entdeckte der Gelehrte dabei im Kossuth-Archiv den bis dahin unbekannten Prozeßakt über die Erschießung St. L. Roths am 11. Mai 1849 in Klausenburg. Da er Kenntnis davon hatte, daß ich mit den Abschlußarbeiten an meiner Roth-Ausgabe beschäftigt war, verständigte er mich in dankenswerter Weise sofort von dem wichtigen Fund. Wenige Monate später hielt ich eine auf Umwegen beschaffte Mikroaufnahme der 41 Folioseiten umfassenden, in magyarischer Kanzleisprache abgefaßten Urkunde in der Hand. Sie ist zum Ausgangspunkt dieser Studie geworden.Zunächst hatte ich freilich die Absicht, den umfangreichen Akt dem siebenten, noch in Vorbereitung befindlichen Band meines Roth-Werkes einzuverleiben. Aber es stellte sich sehr bald heraus, daß er einschließlich einer deutschen Übersetzung und des dazugehörigen Kommentars immer einen Fremdkörper in diesem Werke bilden würde, das ja in erster Linie der Sammlung und Herausgabe von St. L. Roths eigenen Schriftzeugnissen, nicht der Zeugnisse und Aussagen anderer über ihn dienen will. Überdies zeichnete sich die Möglichkeit ab, durch Ergänzung des Fundes mit einer Anzahl anderer Akten aus dem Bestand der Handschriftenabteilung des Brukenthalschen Museums und des Sächsischen Nationalarchivs in Hermannstadt ein Urkundenbuch zusammenzustellen, aufs beste geeignet, in das bis jetzt herrschende Dunkel um den Tod St. L. Roths hell hineinzuleuchten und seiner Gestalt endlich ein gültiges politisches Profil zu verleihen.Je mehr mich diese Aufgabe beschäftigte, um so klarer erkannte ich, daß sie in meiner siebenbürgischen Heimat, die am Ende des Krieges in den sowjetischen Machtbereich gelangt war, undurchführbar geworden sei. Wenn ich der St. L. Roth-Forschung überhaupt noch weiter unter der Voraussetzung wissenschaftlicher Unabhängigkeit dienen wollte, mußte ich meine Arbeitsstätte in ein Land der freien Forschung unter Mitnahme der noch unausgeschöpften Dokumente und Nachlaßstücke verlegen. Das ist mir dank einer überraschenden Fügung im Sommer 1947 gelungen, von welchem Augenblick angefangen ich die Gastfreundschaft Österreichs genieße. Mein Standortwechsel erleichterte es mir natürlich in hohem Maße, immer wieder auch auf die im Haus-, Hof- und Staats-