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KAPITEL I
Der Puritanismus als Gewissensgehorsam:
DIE PILGERVÄTER
«Und es sprach der Herr zuAbram: ,Gehe aus aus deinem Lande und aus deiner Sippe und aus deines Vaters Hause in das Laad, das ICH dir zeigen will!'» (1. Mose 12, 1.) «MEIN ist das Land — daher ihr Zukömmlinge und Fremdlinge seid vor MEINEM Angesichte.»
(3. Mose 25, 23, LXX.)
Der Puritanismus, im weiten Sinne des Wortes genommen, ist das Herzstück der Reformation in England und Schottland. Sein Spannungsbogen dehnt sich über das sechzehnte und siebzehnte Jahrhundert, wenn man von seiner Nachreife im achtzehnten Jahrhundert, im Werke Wesleys, absieht.
Eine erste Einführung in die Fragestellungen und Grundlinien des Puritanismus geschieht am einfachsten durch eine Darstellung der Pilgerväter und ihres Werkes, um so mehr, als diese sonderliche Gestaltwerdung des Puritanismus leicht aus dem allgemeinen Zusammenhang gelöst werden kann. Wer mit offenem Ohr hineinhorcht in eine schlichte Meeresmuschel, der vernimmt, so sagt man, des fernen Meeres Rauschen: wer mit aufgeschlossener Seele hineinhorcht in die schlichten Tagebuchblätter der Pilgerväter, mag wohl über den Wipfeln der Urwälder von Cape Cod das tiefe und feierliche Rauschen hören, das — wie einst jenen König in 2. Samuel V, — je und je die Puritaner zum Gotteswerke rief.
Im Jahre 1605 etwa versammeln sich im Postgebäude eines unbekannten Marktfleckens Nordenglands etwa fünfzig Männer und Frauen um die Bibel; an ihrer Spitze steht der Postmeister des Ortes. Die große und tiefgehende puritanische Erweckung im Volke, das heilige Anliegen, den Glauben des Einzelnen und der Kirchen zu reinigen, pflügt im Süden des Landes die Seelen