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In den Häuschen des Weilers am Kohlbach erlosch ein Licht nach dem andern. Die Menschen gingen nach hartem Tagewerk zur Ruhe.
Auch der alte Schäfer Joseph Paulus hatte sein Lager aufgesucht. Eine ärmliche Bettstatt war es: ein Strohsack auf einer Holzpritsche, dazu zwei Decken. An der Wand gegenüber stand ein zweites solches Lager, es gehörte Karl, Josephs einzigem Sohn. Sie wohnten allein in diesem ärmlichen Häuschen am Ende des Weilers; die Mutter war vor. sechs Jahren gestorben.
„Nun lege dich aber auch!" mahnte der Vater, nachdem er seinen Sohn längere Zeit nachdenklich beobachtet hatte. Karl saß am Tisch vor einem Buch, das er „Viehdoktor" nannte, dem Vater den Rücken zugewandt. So hielt er das Licht von ihm ab, das eine Unschlittlampe auf dem Tisch spendete. „Ach, wann soll ich denn lesen, wenn nicht am Abend!" sagte Karl seufzend. „Den lieben langen Tag sind wir ja mit den Schafen draußen. Du weißt es doch, Vater." Ja, Joseph Paulus wußte es, zu gut wußte er es. Er verstand ihn, hatte dem lernbegierigen Jungen das Buch ja erst geschenkt, vor fünf Jahren, als Karl achtzehn war. Und vier Jahre mußte er sparen, ehe er das Geld für das Buch zusammen hatte, ehe er sein Versprechen einlösen könnte. Damals . . .
Damals war Karl vierzehn Jahre alt. In Roßdorf ging er zur
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