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VORWORT
Das wichtigste, was man bei dem heutigen „kommunisti-schen" RuBland nicht vergessen darf, ist, daB es nicht kommunistisch ist. Das erscheint vielleicht manchem als ein Gemeinplatz, aber das Unvermögen, diese Tatsache zu er-kennen, ist die Quelle für zahlreiche der grundlegendsten MiBverstándnisse in bezúg auf die Sowjetunion gewesen. Die BegrifTe und die Ausdrucksweise des Kommunismus sind zu Instrumenten des Denkens und zur Urteilsnorm für die meisten Russen, selbst für viele, die bewuBt den Kommunismus ablehnen, geworden, genau, wie es in der west-lichen Welt hinsichtlich der Begriffe und der Sprache des Christentums der Fali ist. Ein Bolschewist könnte seine Untersuchung über die Gesellschaft des Westens mit der Bemerkung beginnen: ,,Das Wichtigste, was man bezüg-lich der ,Ghristlichen Welt' nicht vergessen darf, ist, daB sie nicht christlich ist", und wenige Geistliche würden dem widersprechen. Fast in dem gleichen AusmaBe benimmt sich die groBe Masse der Menschen in der Sowjetunion unkom-munistisch. Dem Grundgesetz des Kommunismus: „Von Jedem entsprechend seinen Fáhigkeiten; für Jeden ent-sprechend seinen Bedürfnissen" gehorchen nur die Mit-glieder der kommunistischen Partei, dieser am besten dis-ziplinierten politischen Organisation der Welt. Diese Leute, die Priesterschaft, versagen sich selber geldlichen Gewinn und beschránken ihr Einkommen auf ein starres Minimum. Dennoch benutzt der Sowjetstaat bei der groBen Masse der russischen Bevölkerung Privatgewinn als die Haupt-antriebskraít zur Erreichung seiner Ziele. Nach manchen Versuchen und Irrtümern hat die kommunistische Partei zu ihrem Kummer festgestellt, daB letzten Endes die Orga-