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IIngenieur Karin Sommer erzähltEs war Montag abend. Montag, der 28. August 1961.Ich hatte völlig vergessen, daß ich allein in dem weitläufigen Gebäudekomplex zurückgeblieben war.Erst als ich die letzte Detailzeichnung und den Rechenschieber zur Seite legte, kam mir plötzlich die Stille zu Bewußtsein. Jetzt fiel mir auch ein, daß es schon eine ganze Weile her war, seit Steffen sich verabschiedet hatte. War es vor einer Stunde gewesen? Vor zwei Stunden? Vom Hof kamen auch keine Geräusche mehr. Die Monteure waren also ebenfalls alle fort. Ich sah auf die Uhr und erschrak. Um halb neun hatte ich spätestens gehen wollen. Jetzt war es kurz vor halb elf. Die Tür zum Zeichensaal war angelehnt.Steffen hatte sie wohl offengelassen, als er ging.In dem langgestreckten Raum war ein milchigweißes Licht, das vom Hof her einfiel. Seit mit der Montage des Kranes begonnen worden war, wurde der Hof jede Nacht von einem Dutzend starker Scheinwerfer ausgeleuchtet. In ihrem Widerschein sahen die langen Reihen der Reißbretter wie ein Feld scharfkantiger Eisschollen aus, die von einem Sturm aufgebrochen und danach wieder zusammengefroren waren. Leblos, weiß und stumm.Dann hörte ich das Tropfen des Wasserhahnes.So etwas stört mich.Ich tastete mich zwischen den Reißbrettern hindurch und drehte den Hahn fest zu. Das Tropfen hörte sofort auf.Es war ärgerlich, daß der Spiegel, der bisher über dem Waschbecken gehangen hatte, nicht mehr da war. Der lange Henze hatte ihn vorige Woche zerbrochen, und mir war immer noch rätselhaft, wie er das fertiggebracht hatte.Wegen seines Ungeschicks mußte ich jetzt bis zu den Waschräumen laufen, wenn ich mich kämmen wollte. Das war nicht