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Es wurde Nachmittag, bis ich die Stadt verheß. Eigenthch hatte ich vorgehabt, vormittags so gegen elf zu starten, und nun hatte ich den halben Tag mit Abschiednehmen vertrödelt.
Als ich über die Wiedner Hauptstraße aus Wien hinausfuhr, hatte ich alle Mühe, das sentimentale Gefühl zu bekämpfen, das mir da irgendwo zwischen Herz und Kehle rumorte. Früher hatte ich mich für einen ziemlich harten Burschen gehalten, zumindest war ich nie rührselig gewesen. Aber heute - das war einfach zuviel Gefühl geworden; schon am Morgen, als Josy geweint hatte, und dann als ich das Janneri zum letzten Mal auf dem Arm hielt, war mir nach Heulen zumute. Kaum zu glauben so was.
Daß es so schwer war, sich selbst wiederzufinden! Aber wußte ich denn überhaupt noch, wer ich war, was von mir übriggeblieben, wo ich den Mann suchen sollte, der ich früher einmal war? Ein verfluchtes Gefühl, wenn man sich in so einem Nirgendwo befand, in einer Art Niemandsland, wenn man an gestern nicht mehr denken wollte und es doch immer tun mußte, und an morgen nicht denken konnte, weil es kein Morgen gab.
Stopp. Das stimmte nicht mehr. Ein Morgen gab es, und eben begann es. Es würde gut sein, sich darauf einzustellen, vorwärts zu schauen und nicht mehr zurück.
Überhaupt bestand im Grunde für düstere Gedanken gar kein Anlaß. Man hatte mir so viel Anteilnahme und Freundschaft entgegengebracht in den vergangenen Monaten, daß ich fairerweise von mir aus jetzt die Zuversicht aufbringen mußte, mein Leben weiterzuleben und mit dem Rest etwas anzufangen. -
Es mußte mir einfach gelingen, an so etwas wie eine Zu-