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VorwortDiese Publikation ist das Ergebnis eines internationalen Symposiums, das mit dem Titel Der schejne Jid. Körper - Kultur - Hygiene im Juli 1997 am Institut fflr Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung in Stuttgart unter der Leitung von Professor Dr Robert Jütte stattfand. Die Idee für diese wissenschaftliche Veranstaltung als Vorbereitung für eine gleichlautende Ausstellung entstand während der Gastprofessur von Professor Sandor L. Gilman, University of Chicago, im Jahre 1996 am Moses Mendelssohn Zentmm fur europäisch-jüdische Studien in Potsdam, Der Direktor des Zentmms, Prof, Julius H, Schoeps, war damals auch künstlerischer Leiter des Jüdischen Museums in Wien, Ausgangspunkt für die geplante Wanderausstellung sollte Wien sein, als weitere Stationen wurden Dresden mit dem Deutschen Hygiene-Museum und unter anderen auch Chicago ins Auge gefaßt.Das Wiener Jüdische Museum ist durch seine Sammlungsgeschichte prädestiniert, sich dieses Projektes anzunehmen: Im Jänner 1910 wurde Dr Max Gmnwald (1871-1953) -Rabbiner, Volkskundler und Mitarbeiter des Wiener Jüdischen Museums - mit der wissenschaftlichen Leitung der Unterabteilung Hygiene des Judentums für die im Jahr 1911 geplante Intemationale Hygiene-Ausstellung in Dresden beauftragt. Er beabsichtigte, in einem weitgespannten Bogen die Hygiene der Juden - so wie er es ein Jahr nach der Ausstellung in dem gleichnamigen Buch darlegte - vom Altermm über das Mittelalter und die Neuzeit bis zur Gegenwart ineiner alten Holzsynagoge anhand von Judai-ca, neu angefertigten Modellen, historischen Graphiken und musealen Objekten darzustellen. Letztendlich mußten die über 300 Ob-jektnummem in zwei kleineren Räumen der historischen Abteilung - Vorantike und Mittelalter - präsentiert werden. Aus dieser großen Anzahl von Objekten, die nach der Dresdner Ausstellung dem alten Wiener Jüdischen Museum übereignet wurden, ist heute nur noch wenig erhalten. Zusammen mit vergleichbaren Stücken anderer Sammlungen oder vergleichbaren Wiener Gegenständen sollen Teile der Dresdner Ausstellung gezeigt werden, jedenfalls die schon für das Wiener Museum 1899 zusammengestellte Gute Stube des heute weltberühmten Wiener Malers Isidor Kaufmann. Das Mobiliar (das in der Mittelalter-Abteilung gezeigt wurde, obwohl es sich um Objekte des 19, Jahrhunderts handelte!) scheint in Kaufmanns Bil-dem vielfach auf Diese kleine Schabbatstube fand nostalgischen Anklang und wurde zum mehrfachen Vorbild anderer Jüdischer Museen und diverser Ausstellungen,Nach den inhaltiichen Vorgaben des wissenschaftlichen Leiters Sander L. Gilman hat die Kuratorin am Jüdischen Museum Wien, Dr Gabriele Kohlbauer-Fritz, durch ihr umfangreiches Fachwissen und die große Kenntnis einschlägiger Sammlungen des In-und Auslandes eine ganz eigenständige und aufregende Szenographie für die Ausstellung Der schejne Jid - Das Bild des jüdischen Körpers in Mythos und Ritual entworfen, die von Mathis Esterházy gestaltet vom 16,