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Einleitung.Der vorliegende Roman führt uns in eine Zeit gewaltiger Umwälzungen, die das gesellschaftliche Gefüge des mittelalterlichen Rußlands zutiefst erschütterten und veränderten. Die Zentralgestalt des Buches ist Zar Iwan IV. Wassiljewitsch, genannt der Schreckliche" (153384), und die Leser werden sich je nach Geschmack und Interessensphäre mit diesem blutbesudelten, von krankhaften Affekten gehetzten Scheusal tiefenpsychologisch auseinandersetzen oder sich mit berechtigtem Grauen von ihm abwenden. Uns aber kommt es hier nicht auf seelenkundliche Ergründungen an, nicht auf den Menschen oder Unmenschen Iwan, sondern auf den historischen Sinn und Kern seiner Taten, die wir in aller Kürze unter weltgeschichtlichem Aspekt betrachten wollen, um zum Verständnis der fesselnden Schilderungen Alexej Tolstois beizutragen. Der manische Despot soll als Vollstrecker eines Spruches der Moiren begriffen und gewertet werden oder, wie es der Rußlandforscher Karl Stählin ausdrückt, als der Vollzieher gewisser der Epoche selbst innewohnender Umschichtungstendenzen", die er freilich derart auf das unheilvollste beschleunigte", daß schon die Zeitgenossen nur den Eindruck einer Häufung schauerlichster Freveltaten erhielten, die doch bloß den schmutzigen Schaum an der Oberfläche darstellten".Das erste russische Reich, das vom Hause des Wikingers Rurik geschaffen worden war, hatte sich im 12. Jahrhundert in viele Teilfürstentümer zerspalten, die im 13. Jahrhundert unter die Botmäßigkeit der Tataren, der von Tschingis-Khan und seinen Nachfolgern gegründeten Goldenen Horde, geraten waren. Auch die Litauer hatten sich weiter russischer Gebiete bemächtigt, und im 14. Jahrhundert waren Weißrußland und die Ukraine dem großlitauischen Reiche eingegliedert worden, das sich in der Folge eng und immer enger mit Polen verband bis zur völligen Verschmelzung der beiden Staaten im Jahre 1569 und im Verein mit diesem die Russen von der Ostsee und von Westeuropa absperrte.Aus dieser Ohnmacht und Zerrissenheit des russischen Volkes erhob sich das Fürstentum Moskau: es wurde dank seiner günstigen geographischen Lage und anderer glücklicher Umstände zum Kristallisationspunkt