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Lautlos wie eine Wölfin hatte sich die Finsternis davongeschlichen. Erste Sonnenstrahlen tasteten nach langen Grásern. Tautropfen blitzten. Steppenlerchen stiegen auf, schrien lustig. Und in der Ferne klagten Kiebitze. Tomor lag am Berghang und hatte sich mit einem Schafspelz zugedeckt. Er schlief. Neben ihm tráumte seine Schwester. Plötzlich peitschten Schüsse. „Wölfe!" Tomor weckte seine Schwester, griff nach dem Gewehr und spáhte kniend aus dem hohen Gras. Die Schafe ihrer Herde waren aufgesprungen, schüttelten sich und rannten unruhig durcheinander. Der Hirtenhund umkreiste die Tiere, kam jedoch wieder zu Tomor, setzte sich und sah den Jungen mit grófién Augen an, als sollte es heifien: Keine Wölfe. Und abermals fielen Schüsse. „In der Schlucht." Das Mádchen fuhr sich erregt durchs Haar. Danach prefite es die Hánde vor den Mund und schlofi für Sekunden die Augen. Tomor und Maral-Goa rannten den Berg hinauf. „Weine nicht! Vielleicht waren es doch Wölfe", sagte Tomor, obwohl er selbst nicht mehr daran glaubte. „Dazu ist es schon viel zu hell." Maral-Goa trocknete mit dem blauen Rockármel die Tránen.