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Ludwig, Geschenk Gottes!DER Abend war schwül. In dem kleinen Zimmer des Schlosses von Saint Germain brannten träge einige Kerzen. Es war ein krankes Licht, das die Düsternis nicht durchdringen wollte und die Ecken des Raumes im Dunkel ließ.Der König saß alt und zergrübelt am Kamin. Wieder hatte das Fieber seinen ewig kranken Körper gepackt und geschwächt und das Gemüt des schon immer Sorgenvollen und Leidenden noch mehr verdüstert. So saß er da, und dieses braungelbe, kranke Gesicht war dem Boden zugewandt, und die Arme hingen so vom Körper ab, als seien sie gestorben.Vorlesen, vorlesen", sprach er mit rauher und stotternder Stimme ins Halbdunkel hinein.Vorlesen die Geschichte der verwitweten Könige von Frankreich."Der Vorleser stockte. Welch ein Mensch dieser König, der sich unmittelbar vor einem großen Ereignis, das die Krone Frankreichs erwartete, die Geschichte der verwitweten Könige vorlesen ließ. Denn die Königin war schwanger, und nach über zwanzigjähriger Ehe sollte sie gebären.Fein und monoton glitt die Stimme des Vorlesers durch das Zimmer. Namen der Könige fielen, der Königinnen, jenes uralten Geschlechtes, das aus grauer und unbekannter Vergangenheit kamund heute endete mit ihm, LudwigXIII. und seinem Bruder, dem Herzog von Orléans. Wenn aber Anna oder das Kind stürbe, oder wenn es ein Mädchen wäre? Der König kniff die Lippen zusammen: Dann9