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Der Sonntagsvater
Andi ist neun. Seit seine Eltern geschieden sind, hat er ein anstrengendes Leben. Er wohnt nämlich jetzt an drei Orten - oder genaugenommen — an keinem ganz.
Unter der Woche lebt er bei Tante Hilde in einem kleinen Reihenhaus an der Westhofstraße. Die Samstage verbringt er bei seiner Mutter in der Neusiedlung, 4. Block, 11. Stock, 2. Wohnung rechts. Sonntags — als Krönung der Woche — holt ihn sein Vater. Der wohnt in einem hübschen Haus am Waldrand mit Schwimmbecken und Garten. Hier hat Andi früher mit Vater und Mutter gewohnt. Damals war alles noch einfach. Wenn man an drei verschiedenen Orten wohnt, muß man sich nämlich vieles merken. Zum Beispiel muß Andi jeden Abend einen Augenblick überlegen, wo sein Bett steht.
Beim Vater steht es im ersten Stock.
Bei der Mutter im gleichen Zimmer wie der Eßtisch.
(Es ist kein Bett, es ist ein Sofa.)
Bei der Tante im Erdgeschoß hinten, zweite Türe
links.
Vater, Mutter und die Tante sind verschieden. Alle verlangen etwas anderes von ihm. Und s:o muß man sich noch ganz andere Dinge merken, wenn man ab-
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