Bővebb ismertető
Vorwort des HerausgebersDas Interesse an zeitgeschidbtlichen Fragestellungen und audi an historischen Zusammenhängen hat in den letzten Jahren wieder spürbar zugenommen. Nach einer kurzlebigen Periode, in der die Geschichte beinahe abgeschrieben war, in der eine geradezu unheimlidie Fortschrittseuphorie die Menschen erfaßt hatte und selbst prominente Wissenschaftler und Politiker wähnten, es sei nunmehr an der Zeit, das Alte zu vergessen und alles ganz neu zu machen, besinnt man sich wieder auf die Einsicht, daß die Gegenwart nur begriffen werden kann, wenn wir uns ihres Werdens und der Bedingtheit dessen, was geworden ist, wieder bewußt werden, und daß auch die Zukunft nur verantwortet werden kann, wenn wir die aus der Vergangenheit zu gewinnende Erfahrung beherzigen, welche Wege den Völkern zum Guten und welche Sackgassen in die Irre führen.Zu den Kräften, welche die neuere deutsche Geschichte in erheblichem Maße beeinflußten und die bis heute auf Wirtschaft und Gesellschaft, Politik und Staat, Recht und Kultur in vielfältiger Weise einwirken, gehört der Katholizismus. Er kann sicherlich nicht isoliert von den Vorgängen und Ereignissen in Kirche und Theologie gesehen werden; dennoch ist es notwendig, den Katholizismus in seinem Eigengewicht zu verstehen. Das Verhältnis zu Gesellschaft, Politik und Kultur wird bestimmt von den Personen, ihren Ideen und Zielen, von den Einrichtungen und Organisationen. Während die verschiedenen Phasen und Entwicklungen der katholischen Kirche und der theologischen Wissenschaft besonders in Verbindung mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil neue Beachtung fanden und differenziert aufgearbeitet wurden, kann dies vom deutschen Katholizismus nicht in diesem Umfang gesagt werden. Es gibt zwar eine Fülle von Quellenmaterial und auch nicht wenige Untersuchungen, die sich mit wichtigen Teilbereichen befassen; dennodi fehlen Darlegungen, die einen Überblick und eine Zusammenschau der einzelnen: r