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EinleitungUnter so manchen zeitlebens verkannten Musikern, denenein glanzvoller Nachruhm erblühen sollte, steht Hector Berliozobenan.Sein Schicksal ist von einer tiefen Tragik umwittert. Einbeständiger, atemloser Kampf beherrscht ihn, ein Kampf gegenden Dämon in seiner eigenen Brust, gegen den Philistersinnder breiten Masse, gegen die eisige Ablehnung durch die Hüterder musikalischen Tradition. Das füllte sein Leben aus, biszum letzten Atemzug ! Allerdings hatte man ihn noch zu seinenLebzeiten im Ausland sehr gefeiert, vor allem in Deutschland,wo er eine beinahe brüderliche Aufnahme fand und wo manihn als den einzig wahrhaft Grossen der französischen Musikbegrüsste. Aber wenn er heimkehrte, stemmte sich ihm sofortdie stumpfe Gleichgültigkeit seiner Landsleute entgegen, un-behagliches Staunen und mitleidiges Kopfschütteln über diesenbeständig in Leidenschaft fiebernden, im vergeblichen Taten-drang sich aufreibenden Phantasten. Die Natur hatte ihmGenie verliehen. Leider gab sie ihm auch die empfindlichstenNerven und eine Feuerseele, die sich nicht zu bezähmen wusste,die sich nur in Superlativen Luft machen konnte. Aber er warstets ehrlich und unerbittlich gegen sich selbst, wie gegen seineKunst, die er niemals verriet, so schwer ihm auch das Ringenum des Lebens Notdurft gemacht wurde. Dieser Kampf wares, der ihn verzehrte, der ihn endlich bezwang. Berlioz starbals Verbitterter, als Hoffnungsloser.