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OSTERN 1235
Uralte HandelsstraíSen überqueren von Norditalien aus die Alpen. Seit Römertagen leiten sie den Verkehr und die Streitkráfte von Eroberern und Verteidigern nach der Schweiz, Deutschland, Frankreich und weiterhin -gutgepflasterte Marschstraften, an den Abgründen gegen Sturzgefahr gesichert und vor Steinschlag und Lawinen nach Möglichkeit geschützt. Überall im Süden der Alpen habén die Gletscher der Eiszeiten grofie Seen hinterlas-sen, an denen sich die jeweilige Bevölkerung ansiedelte, verteidigte und ernáhrte, Handweberei und Schmiede-kunst entwickelnd und stets auf der Hut gegen die Bedrohung der körperlichen Freiheiten durch Adels-geschlechter und ferne Könige und Kaiser.
Vom Stádtchen Colico her pfiff imMárz 1235 schnei-dender Bergwind; der Comer See, blau und grün wie Stahl, schlug mit schneeweifíen Kámmen und atmen-dem Rauschen den felsigen Strand. Linker Hand, wie ein künstlidier Wall, kletterte das graue Gebirg bis in den Himmel, über und über voll blühender Wipfel, wie zaubrische Wölkchen dem Stein entquellend, rosenrot, schneeweifí, grünlichweifí, silbergrau.
Drei junge Reiter, das lange Haar hinters Ohr zu-rückgestrichen, wickelten sich in ihre braunen und blauen Friesmántel und staunten beglückt all das Geblühe an, das bei jeder Biegung der Strafíe neu aufflackerte und wehte, winkte und grüftte. Die Sonne, bald daran, hin-