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Die große Stadt lag wie berauscht in einem Meer von Farbe und Licht. Ein jäher Föhn hatte sie schon in der vergangenen Nacht aus ihrer herbstlichen Verträumtheit gerissen und den Oktobertag in unglaubliche Wärme und sommerlichen Glanz gehüllt. Wie ein frecher, übermütiger Eindringling, der mit seiner Jugendkraft prahlt, schien er die Düsternis kommender Tage und alle Vergänglichkeit zu verhöhnen.
Margrit war seit dem Morgen von einer Regsamkeit erfüllt gewesen, die den Rahmen ihres häuslichen Alltags zu sprengen drohte. Sie hätte Lust gehabt, sämtliche Möbel umzustellen, eine neue Frisur zu probieren, eine elegante Modenschau zu besuchen oder mit Bert eine weite Reise zu unternehmen. Aber bald war ihr Tatendrang im gewohnten Pflichtenkreis zerbröckelt: mit der vom Arzt verordneten Heilgymnastik für den kleinen Jörgel, mit Einkaufen, Kochen und Telefonieren. Dann waren auch schon die beiden älteren Kinder aus der Schule heimgekommen.
Nach dem Mittagessen war Margrit in den Park gegangen, um den schönen Tag zu nützen. Da saß sie nun auf einer der Bänke nahe dem Spielplatz, während ihr Jüngster in seinem Kinderwagen schlief und die zwei Größeren mit ihren Spielkameraden herumtollten. Der kleine Jörgel war halb unter die Wolldecke geglitten. Sein Kopf mit dem blonden Ringelhaar lag gelöst auf dem Kissen, und die langen Wimpern warfen zarte Schatten auf seine gerundeten Kinderwangen.
Margrit betrachtete den Eineinhalbjährigen mit zärtlichem Vorwurf. Man bemerkt nichts, dachte sie zufrieden. Keiner, der das Kind jetzt sah, konnte wahrnehmen, daß der rechte