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Da im ersten bis dritten Viertel des 19. Jahrhunderts die Kunstakademien in Deutschland das Kunstleben fast unbedingt beherrschten, so wurde früher auch durch sie die allgemeine Vorstellung von der deutschen Kunst jener Epoche im wesentlichen bestimmt. Aber diese Vorstellung war eine falsche, zum wenigsten eine höchst unvollständige. Aufmerksamen Beobachtern entging auf die Dauer nicht, daß „eine Strömung, die ein engeres Verhältnis zur Natur anstrebte, allerorten in der Tiefe trieb, wenn sie auch nur selten das akademische Oberwasser in beunruhigender Weise kräuselte", und der „Deutschen Jahrhundert-Ausstellung 1906" gelang es, das bisherige Vorstellungsbild überraschend stark zu berichtigen, zu bereichern und zu vervollständigen. Es war die Aufgabe dieser Ausstellung, „die Werke all' jener Bescheidenen und Vergessenen, die Werke aus der aufrechten Jugendzeit jener, die später im Kampf um die Kunst und die Gunst verdarben und jener Stärkeren, die sich mühsam wieder auf sich selbst besannen, um die Werke der Großen zu sammeln, die erhobenen Hauptes ihrem Ziele zugestrebt waren," um so „eine Vorstellung der gesunden Kräfte zu geben, die unter günstigeren Bedingungen der deutschen Kunst wohl zu einer glänzenden Wirkung'verholfen^haben würden." Ohne diese „Deutsche Jahrhundert-Ausstellung 1906" und die außerordentliche kunstwissenschaftliche Arbeit, welche für dieselbe und gelegentlich derselben geleistet worden ist, wäre auch dieses kleine Buch nicht möglich gewesen. Das sei dankbar und ausdrücklich ausgesprochen. Andererseits aber bittet das Buch als das genommen zu werden, was es seiner ganzen Anlage nach ist: Die Arbeit eines Laien für Laien. Es möchte nur erfreuen und wenn möglich die beginnende Neigung zu jener Kunstepoche um ein Weniges stärken. Kunstwissenschaftliche Absichten liegen ihm fern.
Der Verleger.