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Max Sauerlandt - Der Stille Garten [antikvár]
 
DiesBuchwäreohnedieaußerordentlichekunstwissen-schaftliche Arbeit, welche für die „DEUTSCHE JAHRHUNDERT-AUSSTELLUNG 1906" und gelegentlich derselben geleistet worden ist, überhaupt nicht möglich gewesen. Das sei dankbar und ausdrücklich anerkannt. Andererseits aber bittet das Buch als das genommen zu werden, was es seiner ganzen Anlage nach ist: Die Arbeit eines Laien für Laien. Es möchte nur ERFREUEN und wenn möglich die beginnende Neigung zu jener Epoche um ein Weniges stärken. Kunstwissenschaftliche Absichten liegen ihm fern....
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DiesBuchwäreohnedieaußerordentlichekunstwissen-schaftliche Arbeit, welche für die „DEUTSCHE JAHRHUNDERT-AUSSTELLUNG 1906" und gelegentlich derselben geleistet worden ist, überhaupt nicht möglich gewesen. Das sei dankbar und ausdrücklich anerkannt. Andererseits aber bittet das Buch als das genommen zu werden, was es seiner ganzen Anlage nach ist: Die Arbeit eines Laien für Laien. Es möchte nur ERFREUEN und wenn möglich die beginnende Neigung zu jener Epoche um ein Weniges stärken. Kunstwissenschaftliche Absichten liegen ihm fern. Insbesondere ist Herr Dr. Saueriandt, der die Freundlichkeit hatte, die „einleitenden Bemerkungen" zu schreiben und (für das Inhaltsverzeichnis) den Abdruck einiger Abschnitte aus früheren Arbeiten zu gestatten, weder im übrigen für dieses Inhaltsverzeichnis noch für Auswahl und Anordnung der Bilder verantwortlich. — Zwei Maler, Spitzweg und Wasmann, fehlen aus äußeren Gründen. Andererseits ist für manchedei Entgegenkommen seitens derjenigen, die urheberrechtliche Ansprüche an die aufgenommenen Bilder haben, aufrichtig und verbindlichst zu danken. DER VERLEGER EINLEITENDE BEMERKUNGEN INSBESONDERE ÜBER DIE ANFÄNGE DER LANDSCHAFTSMALEREI IM 19. JAHRHUNDERT „Die Kunst m.ig ein Spiel sein, aber sie ist ein ernstes Spiel." Caspar David Friedrich an Philipp Otto Runge. 4. Okt. 1808. 1. I^ie deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts ^ ist aus dem Geiste der Romantik erwachsen. Was der klassischen Epoche der deutschen Literatur versagt blieb, ein würdiges Gegenspiel auf dem Gebiete der bildenden Kunst, wurde der jungen Bewegung zuteil. Selbst Goethes Sorgen für eine klassische Kunst in Deutschland blieb unverstanden und ohne unmittelbaren Erfolg, es wirkte, im Anfang wenigstens, nur dadurch, daß es zur Kritik herausforderte, allgemein belebend, freilich in anderem Sinne, als Goethe selbst es gewünscht hatte. Denn noch entschiedener als die poetische Romantik, die denn überall doch an Goethe anknüpfte, von ihm ihren Ursprung nahm, erstarkte die romantische JVialerei in der Kritik an der klassischen Kunstdoktrin, die Goethe vertrat. Hier mißkannte er einmal die Bedürfnisse und die Fähigkeiten der jungen Generation, die sich anschickte, eine neue deutsche Kunst aus sich selbst hervorzubringen, indem er ein Ziel steckte, das — richtig verstanden — noch heute, nach hundert Jahren, vor uns liegt. „Indem wir nun aber, — so heißt es in der ornamentalen Art des goethischen Altersstiles in den Tag- und Jahresheften 1802 — uns auf jede Weise bemühten, dasjenige in Ausübung zu bringen und zu erhalten, was der bildenden Kunst als allein gemäß und vorteilhaft schon längst anerkannt worden, vernahmen wir in unsern Sälen: daß ein neues Büchlein vorhanden sei, welches vielen Eindruck mache; es bezog sich auf Kunst, und wollte die Frömmigkeit als alleiniges Fundament derselben festsetzen. Von dieser Nachricht waren wir wenig gerührt; denn wie sollte auch eine Schlußfolge gelten, eine Schlußfolge wie diese: einige iVlönche waren Künstler, deshalb sollen alle Künstler JVlönche sein". Mag immerhin Heinrich Steffens, der Naturforscher, recht haben, wenn er erklärt, daß Goethe in dieser (1819—25 geschriebenen) Verurteilung mehr Rücksicht genommen habe auf die Folgen, die sich bei der Masse äußerten, als auf die ursprüngliche Tendenz des Buches — in welchem Maße hatte er doch die Fühlung mit der heranwachsenden Künstlergeneration verloren! Denn das so hart verurteilte Büchlein Wackenroders „Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders" (denen sich bald die „Phantasien über die Kunst" und „Franz Sternbalds Wanderungen" anschlössen) ist mit unter die stilbildenden Faktoren der neuen deutschen Kunst zu rechnen. Ihr blieb Goethe, dessen Blicke immer mehr auf die letzten Zwecke und Ziele sich richteten, im ganzen verschlossen. Nur zweien unter den jungen Künstlern, freilich den selbständig-bedeutendsten, Philipp Otto Runge, der für sich allein eine Epoche, die „Blütezeit" der Romantik vertritt, und Caspar David Friedrich, dem Landschaftsmaler, vermochte er noch Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, eine beinahe schon historisch-objektive Gerechtigkeit trotz der innig persönlichen Teilnahme, die er wenigstens Runge entgegenbrachte, der so früh widrigem Geschick erlag. Auf beider Entwicklung auch ist Goethe von bedeutsamem Einfluß gewesen. Runge hat in einem Brief an seine Braut seine erste Begegnung mit Goethe selbst geschildert: „Morgen werde ich die Ehre haben, den Herrn Geheimenrat v. Goethe zu sprechen", schreibt er am 15. Nov. 1803 aus Weimar. Und dann am 16.: „Wie ich hier gestern Abend abbrach und neben an zu Voigt's ging, traf ich Goethe'n auch dort, der zufällig hingekommen war. Er gefällt mir sehr, muß ich sagen; er kam mir gleich entgegen und fragte, was ich mache und arbeite. — Wir haben so die Präludia miteinander gemacht; ich schien ihm doch zu gefallen. Er wollte es einigemal versuchen, mich durch derbe Anrede und sein starkes Ansehen aus dem Zusammenhang zu bringen; ich blieb aber darin, und werde es will's Gott! auch bleiben: ich habe ihn eben wieder grade angesehen, und das, was ich meine, ihm so unverhohlen gesagt, daß er wohl sah, wie sehr es mein Ernst, und mein ist; nicht von mir selbst mein, sondern von Gott, dem alle Dinge sind. Er hatte keine Zeit, sein Wagen stand vor der Türe, und doch sagte er: ich kann nicht davon IV

Termékadatok

Cím: Der Stille Garten [antikvár]
Szerző: Max Sauerlandt
Kiadó: Karl Robert Langewiesche Verlag
Kötés: Varrott papírkötés
Méret: 190 mm x 270 mm
Max Sauerlandt művei
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