Bővebb ismertető
VORWORT"^icht ohne Erschrecken bemerkt der Verfasser bei Beendigung - dieses in kritischer Abwehr begonnenen Versuches, daß man ihn im Gegenteil, zwar wohl nicht der Parteinahme, doch fast einer Verliebtheit in den Helden seiner kritischen Odysseusfahrten zeihen werde ein Zwiespalt, dessen psychologische Erklärung in der eigenen kritischen Studie des Verfassers liegt^ die dieser Durchmusterung der Spenglerliteratur vorausgegangen ist, doch deren Abschluß und Veröffentlichung erst noch Spenglers zweiten Band sowie die endgültige Neuherausgabe des ersten abzuwarten haben wird. Hat sich das kritische Gemüt nämlich des eigenen Ingrimms und Widerstandes entladen, so betrachtet es bekanntlich schon aus Reaktion die positiven Seiten des Objekts mit neuer Liebe. Diese Avaren es ja doch von Anfang an, die sein lebendiges Interesse erregt hatten. Kommt nun dazu noch das von allen Seiten tönende Geschrei vielfältiger Verwerfung (das im Grunde nicht viel anderes besagt, als was man selbst bescheidentlich auch schon an jenem Buche bemerkt hatte), so erwächst unwillkürlich das Bedürfnis, auch die Stärken des inkriminierten Werkes und wäre es auch imr in der Minorität von Zweien" zu verteidigen, da mit verschwindenden Ausnahmen die gewaltige Mehrheit von Kritikern aus allen Lagern, wissenschaftlichen, schriftstellerischen und politischen, geschlossen in der wohlgerüsteten Phalanx des Sammelhefts, gepanzert in der dickleibigen Gegenschrift, oder ausschwärmend in Einzelbroschüren, Zeitschi-ift- und Zeitungsaufsätzen und Vorträgen, in tausendfacher Übermacht gegen den einzelnen Sturm läuft. Gleich einem Klotz ragt dieses einsame Buch aus der Springflut, die es nun vier Jahre lang umbrandet, imponierend schon durch den schweigenden Gegensatz.Dies möge den Anreiz erklären, die Gesamtheit der Kritiken ihrerseits zu würdigen. Nichts ist dabei weniger beabsichtigt als Antikritik, die niemand überzeugt und niemandem genug tut. Weder im Sinne einer Widerlegung aller Irrtümer der bisherigen Kritiken von überlegener Sachkenntnis aus, was die Umfassungskraft des einzelnen bei weitem übersteigen würde, noch im Sinne einer gegenseitigen Selbstaufhebung der gegensätzlichen Behauptungen, wie es wohl manchmal möglich wäre, doch sachlich nichtssagend bliebe, und am allerwenigsten endlich im Sinne einer Spenglerschen Orthodoxie, die alle Angriffe auf sein Werk zu entkräften hätte. Dazu fehlt dem Verfasser jegliche Veranlassung. Wenn er sich einen objektiven Grund für diesen scheinbar so anmaßenden Versuch einer Gesamtbeurteilung der kritischen Literatur zugute halten darf, so wäre es nur der, daß er an beiden Parteien gleichmäßig Anteil zu haben glaubt. Kein (begründetes) Urteil über die Fragwürdigkeit