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Nein, was Josef da hingeschrieben hat, wird er kaum stehenlassen können. Von neuem überliest er seine Sátze über Saul, den Hebráerkönig, wie dieser, wiewohl ihm kundgcworden ist, er werde den Tod finden und die Seinen in den Untergang führen, entschlossen in den Kampf zieht. Das hat Saul getan", hat er geschrieben, und dadurch gezeigt, daB solche, die nach ewigem Ruhme streben, áhnlich handeln sollten." Nein, sie sollten nicht áhnlich handeln. Gerade jctzt dürfte er so was nicht schreiben. Seine Landsleute sind in diesen Jahrzehnten nach dem Untergang ihres Staates und ihres Tempels ohnedies geneigt, ein neues, unsinniges kriegerisches Unternehmen zu versuchen. Jene Geheimverbindung, die den Anbruch des Tages beschleunigen will, die Eiferer des Tages", gewinnen immer neue Anhánger und neuen Einflufí. Josef darf ihre hoffnungslose Tapferkeit nicht durch sein Buch noch weiter spornen. Sosehr der finstere Mut dieses Königs Saul ihn anzieht, er mufí der Vernunft folgen, nicht seinem Gefühl, er darf seinen Juden diesen König nicht als nachahmenswerten Helden hinstellen. Flavius Josephus, Ritter des Zweiten römischen Adels, der grofie Schriftsteller, dessen Ehrenbüste in der Bibliothek des Friedenstempels aufgestellt ist, oder besser der Doktor Josef Ben Matthias, Priester der Ersten Reihe aus Jerusalem, wirft den Schreibgriffel beiseit, geht auf und nieder, setzt sich schliefílich in einen Winkel seines Arbeitszimmers. Da sitzt cr, im Halbdunkel, die Öllampe hebt nur den Schreibtisch her-