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Man weiß doch: Arbeitsbedürfnis ist ein unerläßliches Kriterium menschlicher Würde. Ein Arbeitsmensch in diesem Sinn ist auch Edige Shangeldtn oder Schneestürm-Edige, wie eingeweihte Leute ihn rufen. Er gehört zu jenen, auf deren Schultern, wie es heißt, die Welt ruht. Fest ist er, soweit ich es übersehe, mit seiner Epoche verbunden, sein Wesenszug ist das - er ist ein Sohn seiner Zeit. ' Ebendarum war es für mich wichtig, die Welt, bezogen auf die im Roman berührten Probleme, durch sein Schicksal zu sehen - das Schicksal eines Frontsoldaten und Eisenbahners. Und ich habe mich bemüht, dies nach besten Kräften zu tun. Die Gestalt Schneesturm-Ediges steht für mein Verhältnis zum Grundprinzip des sozialistischen Realismus; dessen Hauptforschungsobjekt aber war und bleibt der Mensch der Arbeit. Doch liegt es mir fern, den Begriff Arbeitsmensch nur deshalb zu verabsolutieren, weil er einem schlichten, natürlichen Menschen gilt, der emsig das Land pflügt oder Vieh hütet. Im Aufeinanderprall des Ewigen und Momentanen im Leben gewinnt der Mensch der Arbeit insoweit Interesse und Gewicht, als er Persönlichkeit ist, über geistig-seelische Dimensionen verfügt, seine Zeit sich in ihm konzentriert. So habe auch ich versucht, Edige ins Zentrum der von mir erlebten Weltordnung zu stellen, ins Zentrum der mich bewegenden Probleme. Schneesturm-Edige ist nicht nur ein Arbeitsmann von Natur und nach der Art seiner Beschäftigung. Arbeit ist ihm innerstes Bedürfnis. Solch ein Mensch stellt sich Fragen, wo andere stets Antworten parat haben, weshalb sie jegliche Tätigkeit träge verrichten - sogar, wenn sie sie gut verrichten - und völlig im Konsum aufgehen.