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Ein verhinderter Tod
In den frühen Abendstunden einer drückend schwülen Hochsommernacht in Miami Beach beschloss Simon Win-ter, ein altér Mann, der sich über viele Jahre beruflich mit dem Tod bescháftigt hatte, seinem Leben ein Ende zu setzen. Auch wenn es ihm leidtat, anderen einige Drecksarbeit zu hinter-lassen, begab er sich langsam zu einem Wandschrank im Schlafzimmer und zog eine verkratzte, kurzlaufige Detective Special aus einem ausgeblichenen, schweifrverfleckten Leder-holster. Mit Mühe klappte er die Trommel auf, holté fünf der sechs Kugeln heraus und steckte sie sich in die Hosentasche. Auf diese Weise, hoffte er, wáre jeder Zweifel an seinen Ab-sichten ausgeráumt.
Ohne den Revolver aus der Hand zu legen, begann er, nach Stift und Papier zu kramen, um einen Abschiedsbrief zu schreiben. Zu seinem Arger nahm das einige Minuten in An-spruch, und erst nachdem er in der Schublade seiner Kommo-de einige weifie, gebügelte Taschentücher, Krawattennadeln und Manschettenknöpfe zur Seite geschoben hatte, entdeckte er ein einziges, unbeschriebenes Blatt blauliniertes Notiz-papier und einen biliigen Kugelschreiber. Nun denn, dachte er, dann fass dich eben kurz.
Wáhrend er überlegte, ob er noch etwas vergessen hatte, machte er vor dem Spiegel halt und betrachtete sich. Recht passabel. Sein kariertes Freizeithemd war ebenso wie seine khakifarbene Hose, die Socken und Unterwasche sauber. Vielleicht sollte er sich rasieren, überlegte er, als er mit dem Rücken der Hand, in der er die Waffe hielt, über die Stoppeln