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Am 11. Oktober 1707 übergab Johann Melchior Dingiinger auf der Leipziger Michaelismesse dem dort anwesenden August dem Starken ein ausführliches schriftliches Angebot. Darin lud er seinen »allerdurchlauchtigsten großmächtigsten König und Churfürst« ein, bei nächster Gelegenheit in Dresden ein Werk zu besichtigen, von dem der Hofjuwelier zu Recht überzeugt war, dass »dergleichen Arbeit noch niehmaln von einen Künstler ist vorgestellt worden, auch nach der Zeit nicht geschehen wird«. Der »Thron des Grossen Moguls« war damals nahezu vollendet und konnte dem passionierten Sammler ebenso kostbarer wie kostspieliger Werke der Schatzkunst vorgestellt werden. Vom Kurfürst-König »encouragiret und angereizet« war in sechs Jahren in Dinglingers Werkstatt in der Großen Frauengasse zu Dresden ein einmaliges Werk der »emaillir- und Goldarbeiter Kunst« entstanden - ein monumental wirkendes Kabinettstück und zugleich ein Hauptwerk des deutschen Spätbarock. Es brauchte allerdings noch weitere anderthalb Jahre, bis der »sehr prächtige und kostbahre Thron, so der indianische Groß Mogul an seinen Geburts-Tag besitzet und von seinen Gran-dibus die gewöhnliche(n) Praesenten desselbigen Tages mit eigenen Händen empfängt« am 3. März 1709 in den Besitz des sächsisch-polnischen Monarchen überging.
Der »Großmoguh« im Atelier
Dem Angebotsschreiben Johann Melchior Dinglingers war eine Kurzbeschreibung seines Werkes beigefügt, die jedoch nicht überliefert ist; das Original des Briefes wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Die früheste erhaltene Schilderung des »Throns des Großmoguls«, wie das Kabinettstück ursprünglich am kürzesten bezeichnet wurde, findet sich im Pretioseninventar des Grünen Gewölbes aus dem Jahre 1725:
»Der Thron des großen Moguls bestehet: In seiner Circumferenz nach dem verjüngten Maaßstab 82 Ellen in die Breite, und 60 Ellen in die Tieffe, dieser Platz ist mit Stuffen, Bögen, Gatterwerck und andern Zierrathen versehen, oben stehet der prächtige Thron, auf erhobenen Stuffen, auf welchen sich der große Mogul praesentirt, zu dessen Füßen ist ein großer Rauten Diamant auf rother Folie gesezet, und ist rings umb von seinen Bedienten umbgeben, da sich dann die Vornehmsten des Hoffes mit Ihren verschiedenen Praesenten zu dem Thron