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V'NUMMER 3a6KOMMISSAR XDer Tod zahlt DividendeEiner wollte schlau sein, schlauer als die anderen. Aber er hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht.Er gab sich so unauffällig wie möglich. Das gehörte zu seinem Job. Er spürte das Mißtrauen seiner Kollegen auf dem Merrigan Field. Was sucht dieser Bursche hier im Olcamp? schienen ihre Blicke zu fragen. Er hütete sich, das einem der Bohrarbeiter, denen er vorübergehend als Kollege" zugeteilt worden war, zu verraten. Sie hätten ihn sicher gelyncht, wenn sie es erfahren hätten. Bohrarbeiter sind rauhe Gesellen. Aber er fühlte sich ihnen überlegen. Er war nicht nur rauh; er war skrupellos, in dieser Nacht war er der einzige, der keinen Schlaf fand. Er durfte auch nicht schlafen, denn am Nachmittag war das Telegramm gekommen: Operation A schnellstens ausführen."Schnellstens, daß hieß innerhalb von zwölf Stunden.Die waren bald verstrichen.Der Mann lag bewegungslos in seiner Koje und lauschte auf die ruhigen Atemzüge der Schläfer in seiner Nähe. Sieben Männer hausten außer ihm in der Aluminiumbaracke des ölcamps.Lauter als ihr Atem aber war das Rauschen draußen im Gelände. Es hörte sich an wie das Tosen der Niagarafälle aus fünf Meilen Entfernung.Der Mann glitt aus seiner Koje. Lautlos schlich er durch die Tür. Er hatte die Angeln in einem unbewachten Augenblick geölt. Sie drehten sich lautlos.Das Licht draußen war gespenstisch. Ein starker Wind trieb schwarze Wolkenballen vor sich her, die von Zeit zu Zeit den Mond verdunkelten.Außer den Wolkenballen führte der Wind auch Sand mit sich, den Sand des Merrigan Fields im Süden von Texas. Der war noch unangenehmer als das Mondlicht. Er setzte sich in Augen, Nasenlöcher und Ohren.Darauf achtete der strohblonde Mann aber nicht. Er lief geduckt zu dem Stapel leerer Fässer, knapp hundert Meter hinter der Baracke.Hier lagerte, sorgfältig versteckt, der Sprengstoff.Drei Pakete Trinitrotoluol mit chemischen Zeitzündern.Dér Mann löste den Verschluß des Fasses und zog die Pakete heraus. Er warf einen Blick zurück. In der Baracke blieb es dunkel. Sein Verschwinden war bis jetzt unbemerkt geblieben.Er nahm die drei Pakete und hastete weiter. Sein erstes Ziel stand deutlich vor ihm. Es war eine Säule aus Öl und Gas, von einem scheinbar unerschöpflichen unterirdischen Gaslager in die Luft geschleudert. Die größte Fundstelle auf dem Merrigan Field.Der Mann legte die Strecke bis dorthin in knapp fünfzehn Minuten zurück. Als er näher kam, wurde der Sand feucht. Aber nicht vom Wasser, sondern von schwarzem, schmierigem Öl.Er legte sich auf den Bauch undkroch weiter.Nur noch zwanzig Meter, dann war er am Ziel.Er hielt inne und machte sich flach wie eine Flunder. Er nestelte das erste Paket aus der Plastikhülle. Seine Finger tasteten nach dem kleinen Hebel und legten ihn um.Dann schleuderte er das Paket in Richtung des Bohrloches. Er wußte, daß es nahe genug gelandet war.Hastig,zog er sich zurück. Erst kriechend, dann gebückt laufend.Seine nächsten Ziele lagen ganz in der Nähe. Es waren zwei mächtige Rotary-Türme, zwei Bohrlöcher, die schon vor einiger Zeit fündig geworden waren und täglich viele Tonnen Rohöl in die Leitung spuckten.Auch diese Bohrtürme standen unter gewaltigem Druck von unten, aber ein kompliziertes System von Ventilen und Leitungen reduzierten diesen Druck.Der Mann brachte die Sprengstoffpakete an den Christbäumen an. Das waren die Verschlüsse der Bohrlöcher. Sie glichen überdimensionalen Hydranten mit vielen Anschlüssen.Geschafft.Trotz des Windes schwitzte der Mann.Er sah auf das Leuchtzifferblatt seiner Armbanduhr.Noch vier Minuten. Dann würde der Feuerzauber losgehen.Wieder fand der Mond ein Loch in den Wolken. Fahles Licht überflutete die Landschaft aus Baracken, Bohrtürmen und runden Lagertanks.Da sah er die Gestalt. Ein kleiner, dicker Bursche, der mehr zu kugeln als zu laufen schien.Der Blonde biß sich auf die Unterlippe.Mußte der alte Jovan ausgerechnet jetzt, seinen Inspektionsgang machen?Der alte Jovan, Vorarbeiter auf dem Merrigan Field, näherte sich dem aus-gebroüienen Bohrloch.Der Mann schaute wieder auf seine Uhr Der Sekundenzeiger sprang mit der Behendigkeit einer Gazelle.Zu ändern war nichts mehr.