Bővebb ismertető
Der Name Trianon ist in Ungarn das Symbol eines nationalen Traumas, über das sehr viel gesprochen und sehr viel geschwiegen wurde. Es steht für den am 4. Juni 1920 im Palais Trianon unterzeichneten Friedensvertrag zwischen den Alliierten Mächten und Ungarn. Infolge dieses Friedensvertrages verlor Ungarn etwa 70 % seines Staatsgebietes und mehr als die Hälfte seiner Gesamtbevölkerung. Zugleich wurden ein Drittel der Madjaren Staatsbürger fremder Staaten. Nach Jahrzehnten lauter revisionistischer Propaganda wtirden 1938 und 1940 unter Deutschlands Ägide der I. und der II. Wiener Schiedsspruch verkündet, die große Teile der zuvor an die Tschechoslowakei und an Rumänien gefallenen Gebiete wieder an Ungarn angliederten. Dem Pariser Frieden von 1947 - aus ungarischer Sicht eine Wiederholung Trianons - folgten Jahrzehnte des Schweigens: Der Friedensvertrag von Trianon wurde zum Tabu-Thema in der Volksrepublik Ungarn, nicht zuletzt aus Rücksicht auf die Nachbarstaaten, mit denen Ungarn nun die internationale Solidarität der Proletarier" verband. In der marxistischen Geschichtsforschung galt er zwar als imperialistisch, jedoch auch gleichzeitig als der Befreiungsakt" der unterdrückten Völker im Habsburgerreich. Dementsprechend erschien Trianon" hauptsächlich als ein innenpolitisches Instrument des faschistischen Horthy-Regimes". Die seit dem Tag der Unterzeichnung vorhandenen Bestrebungen nach seiner Revision bzw. die revisionistische Propaganda wurden aufgrund des berüchtigten Nem, nem, soha!" (Nein, nein, niemals !)-Slogans bewertet. Diese einseitige Sichtweise nach 1945 behinderte die wissenschaftliche Erkenntnis in derselben Weise wie das bis dahin geltende andere Extrem.Die vorliegende Arbeit behandelt den gegen den Friedensvertrag von Trianon gerichteten publizistischen Kampf der Ungarn, im zeitgenössischem Sprachgebrauch die revisionistische Propaganda". Mit der Hervorhebung dieses Aspektes wird der Untersuchungsansatz jener eminenten Bedeutung gerecht, die im ungarischen Revisionismus'' Das Wort Irredenta", der Ausdruck für eine politische Bewegung, die den Anschluß von abgetrennten Gebieten an das Mutterland anstrebt, wurde in Ungarn anfangs häufig zur Bezeichnung der Bemühungen um den Erhalt des Staatsgebietes in den Grenzen von 1914 verwendet. Der zentrale Begriff für die ungarischen Bestrebungen nach der Änderung des Friedensvertrages von Trianon wurde nach der Unterzeichnung 1920 der Revisionismus" - mit seiner eigentlichen Bedeutung übereinstimmend. Eine Unterscheidung in der Terminologie9