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Kapitel 1 DER THRONFOLGER. .1 1 .r ' j:Uft' -Ir; I'''. , I28. Juni 1900.Der Tag war dazu ausersehen, daß ein alter Mann die ungebrochene Kraft seiner Vorstellungen von Recht und Ordnung für das neue Jahrhundert demonstrieren konnte. Zeugen sollten alle Völker des Reiches sein. Zur Stelle befohlen in Gestalt der höchsten weltlichen und kirchlichen Macht in den Erbländern. Schauplatz der einzigartigen Darbietung war die Geheime Ratsstube in der Wiener Hofburg.28. Juni 1900.Eine Geheime Ratsstube stellt man sich als mittelalterlich-düste-res Gewölbe vor, in dem verschwörerisch geflüstert wird. Die Wiener Geheime Ratsstube war ein großer, lichtdurchfluteter Raum im Hofburg-Barock, mit roter Seide tapeziert, möbliert mit einem Thronsessel und mannshohen vergoldeten Kerzenleuchtern. Es sollte auch nicht geflüstert werden. Der Kaiser, sonst kein Freund öffendichen Aufsehens in Familiensachen, legte diesmal keinen Wert auf Geheimhaltung. Der Tonfall war laut und drohend, und das Obersthofmeisteramt stellte der Presse nachher einen ausführlichen Bericht zur Verfügung.Franz Joseph versammelte das Reich zum Schaugepränge dynastischer Kraftentfaltung. Die Hand auf der Bibel, verzichtete der Thronfolger, Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este, für seine zukünftige Frau auf sämtliche kaiserliche, königliche und sonstige Titel, Würden und Rechte des Erzhauses, und ebenso verzichtete er für die noch ungeborenen Kinder aus der noch gar nicht geschlossenen Ehe.Das Reich, das Zeuge sein sollte, stand dicht gedrängt. Die großjährigen Erzherzoge, auf Allerhöchsten Befehl hin vollzählig erschienen, prangten im Zauber der Montur. Der Eid des Thronfolgers war als warnendes Beispiel auch für sie bestimmt. Die Verwalter der Hofämter, vom Obersthofmeister abwärts, warenI I ;! 'ktii 'iS I(I.1 t ' ' > I5 r . ii ;iil',