Bővebb ismertető
Vorwort
Schönheit ist keine Einbildung des Menschen. Sie ist kein Konstrukt. Es gibt sie wirklich. Und das nicht nur, weil unsere Augen möglicherweise das sehen, was wir sehen wollen und in das optische Bild hineininterpretieren, sondern auch, weil andere Augen offenbar grundsätzlich ähnlich wie wir Schönheit sehen. So ist das Prachtgefieder von Vögelmännchen nicht für uns bestimmt. Es sind die Augen der Weibchen von Pfauen und Paradiesvögeln oder Birkhähnen, die auf die Prachtentfaltung ihrer Männchen blicken. Die großartige Geweihe tragenden Hirsche wirken auf die Hirschkühe. Hätten diese andere Bevorzugungen, würden die Hirschgeweihe auch keine bevorzugten Jagdtrophäen für Jäger abgeben. Die Schönheit des Nachtigallengesangs richtet sich nicht an unser Ohr, sondern an ihre Weibchen und die anderen Männchen ihrer Art, wie auch der erhebende Gesang der Lerche den anderen Lerchen gilt. Die Pracht der Blüten lockt Insekten, die «ein Auge dafür» haben müssen. Unsere Begeisterung, die wir für die Blumen empfinden, bedeutet oft ihren verfrühten Tod in der Vase und nicht Fortsetzung ihres Lebens durch erfolgreiche Fortpflanzung.
Gewiss, wir sehen die Welt mit unseren Augen, hören ihre Klänge mit unseren Ohren, nehmen die Düfte mit unseren Nasen und die schmeichelnde Glätte oder Weichheit von Haut und Fell mit dem Tastsinn unserer Hände wahr. Wir können gar nicht anders. Aber dieser zwangsläufige Selbstbezug der Sinneswahrnehmungen bedeutet keineswegs, dass andere Lebewesen nicht ähnlich, sehr ähnlich sogar empfinden können. Im Gegenteil: Auch wenn die Sinnesleistungen anderer Lebewesen von den unsrigen abweichen, kommt deswegen kein grundsätzlicher Unterschied zustande. Häufig handelt es sich um Verschiebungen, um Verstärkungen oder Abwandlungen, wobei dennoch ein hohes