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EINLEITUNG
Gefangengenommen von den weiten Konturen malerischer Landstriche, von Tälern und Flüssen, Seen und Mooren, überblicken viele Menschen die Wälder nicht anders als ein Falke, der sie in seinem Höhenflug zwar übersieht, aber mit seinem Auge nicht durchdringt. Vielleicht mag solch ein Blick am ehesten die Eigenheit einer Landschaft erfassen. Doch kann auch er nicht mehr als eine Perspektive, ein Ausschnitt nur des Bildes sein, dessen Unermeßlichkeit auch unermeßlich viele kleine Dinge dicht am Erdboden birgt: Pilze, Flechten und Moose, Blumen, Spinnwebfäden und von Tau tropfende Gräser und Blätter, den weichen Schimmer sich öffnender Knospen - ein Reichtum verschwiegener Schönheit auf Waldesgrund.
Der Wald lebt aus einer unübersehbaren Welt von Bakterien und all den niederen Formen von Leben, die sie wieder erhalten. Alles beginnt und endet hier unter den Bäumen, und die es nicht spüren, die nur das große Blickfeld lockt, verschließen sich der eigentlichen Einsicht in den Plan selbst.
Ein SteinrifF ist von ganz eigener Schönheit, gleich einem kühn dramatischen Symbol für die fortschreitende Bewegung der Erdstruktur. Innen befindet sich ein Universum lebender Kristalle und außen eine lebendige Fülle von Formen, die sich an seiner aufgerauhten Oberfläche sammelten. Jemand, der nur ein einfaches Riff in ihm sieht, erkennt kaum die Rolle, die dieser große Plan ihm zudenkt.
Nur ein wachsamer Blick erfaßt und ermißt das innere Gefüge alles Lebendigen auf der Erde untereinander. Es ist in dem begrenzten Umfang dieses Buches unmöglich, mehr als nur die Geschlossenheit des Modells andeuten zu wollen. Wir können vielleicht mit Hilfe der Bilder, deren Schönheit es nicht allein war, sie zu wählen, sondern genauso ihr Sinngehalt, versuchen, einen visionären Einblick in die Welt des Waldes zu geben, die der Welt des Lebens selbst unzertrennlich ist. Eine schimmernde Schneespur im späten Winter auf einem Tannenzweig enthüllt die ganze Dramatik einer immerwährenden Wiederkehr des Gleichen, der nachdrücklichen Anstrengung erwachenden und wachsenden Lebens.
Eine Blume im Frühling erzählt die Geschichte aller Blumen, und ihre Farbe