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VORSPIEL
Als die Dämmerung herabsank, trat Eugen Ramuz vor das Haus. Es war um die Stunde der friedevollen sommerabendlichen Stille. Die breiten Flügel des Hoftores waren geschlossen, und die niedrigen Fenster blinzelten wie müde Augen in den Abend. Wie ein großes warmes Tier legte sich das Haus zum Schlafen. Eugens Kopf war noch benommen vom Dunst der Stube, vom Tabak und vom Wein und auch von Dingen, die sich weniger leicht benennen ließen.
Man hatte Vaters fünfundsiebzigsten Geburtstag gefeiert und reichlich gegessen und getrunken. Nun war das Fest zu Ende. Eugen hörte in der Ferne noch das Holpern der Wagen, auf denen die Schwestern mit ihren Männern in die Nachbardörfer zurückfuhren. Die Mutter war nun drin beim Aufräumen, Christian, der ältere Bruder, in den Ställen, und Vater genoß, müde nach dem ungewohnten Trubel des Tages, in der Stube die feierabendliche Ruhe.
Während er allein vor dem Haus stand, sah Eugen sie noch einmal alle vor sich: die Schwestern, alle viele Jahre älter als er selbst, mit erhitzten Gesichtern, denen die Härte der Arbeitsmenschen und das Herrische wohlhabender Bauern aufgeprägt war, den Bruder Christian, grobknochig, schweigsam selbst heute an diesem festlichen Tag, unbeholfen und ® mit blauen, klaren, arglosen und fast kindlichen Augen, die Mutter mit ihren abgearbeiteten runzeligen Händen, die, un- j gewohnt zu ruhen, über die Tischdecke fuhren, um Kuchen- fl krümel aufzusammeln, und endlich, am eindringlichsten, den Vater selbst, wie er mit kräftigen knotigen Fingern die lange