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ICH KANNTE BLAISE CENDRARS ERST SEIT kurzem. Er freundet sidi rasch mit anderen an, wahrscheinlich, weil er viele unterschiedliche Menschen kennengelernt hat. Er lud midi zu sich nach Tremblay ein. Sein Brief schloß, wie übrigens alle, die ich später noch von ihm erhielt, mit den Worten: Meine Freundschaftshand."Eines Sonntags suchte ich ihn auf. Er kam mir entgegen: ein stämmiger Mann mit ziegelrotem Gesicht, mit Holzschuhen an den Füßen und einer Baskenmütze auf dem Kopf. Sein weißer Spitz Wolga lief hinter ihm her.Es war kalt, im Kamin brannte ein großer Stoß Buchenscheite. Der eiserne Tisch war mit Blumentöpfen und Blattpflanzen überladen. Auf dem Fußboden lag der Deckel einer Reise-sdireibmasdiine; ihn zierten bunte Zettel mit den Namen indischer und brasilianischer Hotels.Cendrars holte Holz zum Nachlegen und eine Flasche Calvados. Dann tat er die Zeitungen beiseite und brachte Zigaretten zum Vorschein.Ein Verleger hatte ihm vorgeschlagen, eine Reihe Biographien berühmter Abenteurer herauszugeben. Die Krise war damals erst in ihrem Anfangsstadium, und niemand nahm die Voraussagen der Marxisten ernst. In den Buchhandlungen waren romanhaft aufgemachte Biographienreihen die große Mode. Schriftsteller durchstöberten biographische Jahrbücher und hofften, zwischen zwei Seiten ein Körnchen Ruhm oder ein Stückchen Unsterblichkeit zu finden. Für manche war es ein Vorwand, einer Gegenwart zu entfliehen, die unfaßbar für sie war, weil sie sie nicht mehr beurteilen und nicht mehr9