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1. Kapitel
»Ist er nicht wundervoll?« flüsterte Caroline Ellison ihrer Tochter Charlotte zu. »Er kann so viel Gefühl mit einem einzigen Wort und der einfachsten Geste zum Ausdruck bringen!«
Sie saßen nebeneinander im Halbdunkel der roten Plüschloge des Theaters. Es war Spätherbst, und da nicht geheizt wurde, war die Luft im Saal kalt. Als der erste Akt zu Ende war, hatte die dichtgedrängte Menge etwas Wärme ins Parkett gebracht, aber hier oben in den Logen war dem nicht so. Die Bewegung beim Applaudieren und das Stampfen mit den Füßen hatte ein wenig geholfen, aber jetzt war das Stück wieder so fesselnd und spannend, daß die Zuschauer vor Aufregung fröstelten.
Die Bühne war in helles Licht getaucht, und die Schauspieler wirkten vor dem blassen, auf Sperrholz gemalten romantischen Bühnenbild um so realer und lebendiger. Vor allem einer schien Carolines Aufmerksamkeit besonders zu fesseln: ein schlanker, etwas mehr als mittelgroßer Mann mit einem empfindsamen, aber scharfgeschnittenen Gesicht voller Humor und Fantasie, der offensichtlich vertraut mit allen potentiellen Möglichkeiten der Tragödie war. Er hieß Joshua Fielding und war der Hauptdarsteller der Theatertruppe. Charlotte war sich jetzt ziemlich sicher, daß er der Grund war, weshalb ihre Mutter unbedingt dieses Stück hatte sehen wollen.
Offensichtlich erwartete Caroline eine Antwort. Auf ihrem lebhaften und intelligenten Gesicht spiegelte sich ein seltsamer Ausdruck von Verletzlichkeit, als sei Charlottes Antwort von großer Wichtigkeit für sie. Sie war erst seit kurzer Zeit verwitwet. Nach der ersten Trauer hatte sie eine Art Euphorie erfaßt, ein Gefühl der Freiheit, als sie allmählich begriff, was alles sie nun nach eigenem Gutdünken tun konnte, denn sie war jetzt ihre eigene Herrin. Sie las, wonach ihr der Sinn stand - Politisches, Umstrittenes und sogar Skandalöses. Sie
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