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^ Der geheimnisvolle Wald ^
Thomas ging über die Wiese. Von der Straßenböschung her, wo das Gras gemäht worden war und in der Sonne dorrte, kam würziger Heugeruch. Die Luft schmeckte nach Sommer und Hitze, nach Hahnenfuß und Schierlingskraut. Kein Halm regte sich in der mittäglichen Stille.
Auf der großen Wiese zwischen dem Haus seüier Eltern und dem Fichtenwäldchen hinter dem Dorf fühlte Thomas sich klein und verloren. Als er, Schritt für Schritt, durch das Gras stapfte, meinte er, es gäbe auf der ganzen Welt keinen zweiten Jungen, der so großen Kummer hatte und so allein war wie er.
Im Garten, auf dem Rasen vor dem Haus, spielten seine Schwestern Barbara und Christa. Sie vermissten ihn nicht, sie waren froh, dass er fort war. In der alten, verlassenen Scheune neben der Fabrik auf der gegenüberliegenden Seite des Dorfes trafen sich eben jetzt seine Freunde. Zu ihnen konnte Thomas erst recht nicht gehen, nach allem, was am Vormittag geschehen war:
Er hatte auf den Getreideboden unterm Dach der Scheune hinaufklettern wollen - die anderen waren schon oben gewesen, auch Barbara und sogar Christa, die jünger war als er. Auf halber Höhe war ihm aber schwindlig geworden. Rittlings auf einem Querbalken hockend, hatte er sich weder vor- noch zurückgewagt. Barbara hatte ihm - unter dem Gelächter der anderen -herunterhelfen müssen. Als er zornig geworden war, hatten sie gesagt, er fange immer Streit an und es sei nicht auszukommen mit ihm.