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1JudasWie kann ein einziger Jude ruhen, solange die Besatzer seinLand heimsuchen!Mein Herz steht in Flammen.Wie lange, o Herr, müssen wir diese Tyrannei noch ertragen? Wie lange noch soll uns die Hand des Unterdrückers in den Staub zwingen und unser Haupt mit Dornen kränzen? Ich trauere um die Toten, aber mehr noch um die Lebenden, die Tag für Tag tausend Tode sterben. Wo ist unser uralter Stolz, wo sind die Josuas und Davids und Makkabäer, die so zutiefst verhaßte Feinde wie Rom überwanden? Die ganze Stadt ist empört, und doch erhebt sich keine Hand gegen den Despoten, ja, nicht einmal ein einziger Aufschrei ertönt, so feige sind wir alle geworden. Einzig bei der großen Masse der Ungewaschenen gibt es finsteres Gemurmel, bei den niederen Bauern und Handwerkern, die ein anständiger Pharisäer oder Sadduzäer nicht einmal anspucken würde. Was macht es, daß diese Toten Galiläer sind? Sie sind dennoch Blut von unserem Blut, Seelen von unserer Seele, sie beten zum selben Gott wie wir. Sie waren wehrlos, unbewaffnet, ohne Arg. Einige beugten sich schützend über ihre Kinder, andere warfen sich zwischen die Soldaten und ihre eigenen Frauen und Schwestern. Die Römer verschonten keinen, nicht jung, nicht alt. Es gab keinen Widerstand. Wie leistet man Widerstand in Gottes eigener Betstätte?Die Leichen, grotesk auf dem Steinpflaster ausgestreckt, lagen nicht nur im Hof der Ungläubigen, sondern bis in den Hof Israels hinein, wo einige von ihnen Zuflucht gesucht hatten. Das Massaker hatte erst am Vormittag stattgefunden, so daß viele Leichen noch warm waren. Die Leviten, die im Tempel Dienst hatten, schafften die Toten weg und versorgten die Ver-