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VORWORT Von Robert A. Stemmle
Der Bericht über den Massenmörder Haarmann bildet den Mittelpunkt dieses Bandes und gibt ihm den Titel Der Wolfsmensch. Reihenmorde und Massenmorde sind die dunklen Kapitel in der internationalen Geschichte der Kriminalpolizei. Die Öffentlichkeit wirft den verfolgenden und untersuchenden Institutionen die hohe Zahl der Opfer vor und trägt ihnen jeden Fehlschlag bei der Ermittlung der Täter nach. Die Erfahrung lehrt, daß sich in Kriegs)ahren und in Nachkriegszeiten die Massenmorde auffallend häufen. Landru beging seinen ersten Frauenmord vier Monate nadi Kriegsanfang im Jahre 1914. Im Januar 1919 verschwand das zehnte Opfer in seinem Landhaus in Gambais bei Paris. Großmann wurde im Jahre 1921 gefaßt. Zur Untersuchung standen dreizehn Morde, die er in den Kriegsjahren begangen hatte. Denke führte Buch über seine Morde. Im Hungerjahr 1917 hat er die höchste Zahl seiner Opfer verzeichnet. 1924 findet die Polizei bei ihm gepökeltes Menschenfleisch und legt ihm nach dreißig Mordtaten sein blutiges Handwerk. Der Arzt Pedot nutzt in Paris die Rassengesetze der deutschen Besatzungsmacht, um siebenundzwanzig Flüchtlinge zu töten. Bruno Lüdke brachte es in den Kriegswirren und in den Zeiten der Verdunkelung bis zum April 1944 auf vierundachtzig Opfer. Die Jagdgebiete des »Totmachers« Pleil waren in den ersten vier Nachkriegsjahren Trümmerfelder und Niemandsland an den Zonengrenzen von Walkenried über Eisenach bis hinunter nach Hof. 1950 stand er unter der Anklage des zwölffachen Mordes.
Haarmann wurde im Kriegsjahr 1918, sechs Monate vor Kriegsende, aus dem Zuchthaus entlassen. Bereits drei Monate später beging er seinen ersten Mord. Mit